Biografisches Weihnachtsrätsel 2008 : 2. Ein Mann, der immer den richtigen Ton traf

Als dieser Mann 1975 mit 69 Jahren in Bremen stirbt, ist es das viel zu frühe Ende eines unruhigen, unsteten Lebens. New York, Rom, Zürich waren einige der Stationen gewesen, die er nach dem unfreiwilligen Ende seiner künstlerischen Laufbahn in Deutschland angesteuert hatte. Militärangehöriger, Immobilienmakler, Rundfunkmitarbeiter, Packer, Taxifahrer, Küchenverkäufer waren einige der Tätigkeiten, mit denen er sich über Wasser zu halten versuchte. Eigentlich hatte der Sohn eines Russen Schauspieler werden wollen, und ein bisschen, quasi in „Nebentätigkeit“, ist er es auch geworden. Vor allem aber hatte er so unendlich viele Harmonien im Kopf – und erlebte doch so wenige in seinem Alltag. Nur für kurze fünf Jahre konnte dieses musikalische Talent ganz unbeschwert künstlerischen Ruhm genießen – den der in Berlin geborene Mann ohne jegliche Ausbildung, dafür aber mit viel Enthusiasmus und Disziplin gemeinsam mit fünf weiteren Mitstreitern erreicht hatte. Das Publikum lag ihnen zu Füßen – bis gänzlich unharmonische Diktatoren ihnen den Ton abdrehten. Spätere Versuche, anderswo und in anderer Besetzung an den Erfolg anzuknüpfen, scheiterten. Auch zwei Ehen zerbrachen. Die letzten zwölf Jahre seines Lebens verbrachte unser Mann – der sieben Sprachen sprechen konnte und auch als Übersetzer arbeitete – wieder in dem Land, in dem er die größten Triumphe genossen und die bittersten Erniedrigungen erlitten hatte. Das berufliche Leben unseres Gesuchten wurde verfilmt - dafür gab es das Filmband in Gold

Die anderen Biografien:

1. Ein Violinist, der Schülern Harmonie lehrte
3. Ein Maler, der der Natur den Rücken kehrte
4. Ein Mann, der einer Stadt das Gesicht gab
5. Eine sagenhaft schöne Frau und Freundin
6. Eine Frau, die sich zuwendete
7. Ein Mann, der kein Ende finden konnte
8. Ein Mann, der mit Ideen spielte wie mit Bällen
9. Eine Frau, die sich ein Leben lang sehnte
10. Die Liebhaberin der Frauen


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