Biografisches Weihnachtsrätsel 2008 : 3. Ein Maler, der der Natur den Rücken kehrte

Dieser Mann strebte Zeit seines Lebens nach Harmonie – und hatte doch ständig mit dem Chaos zu kämpfen. Zwar zeigte er sich in seiner Jugend noch gefügig und entsprach dem Wunsch seines Vaters, sich in der ländlichen Heimat zum Kunstlehrer ausbilden zu lassen, entschied sich aber zu dessen Unmut schon bald für ein Dasein als freier Künstler in der Großstadt. Während er heute als einer der größten Maler des 20. Jahrhunderts gilt, lehnten die Kritiker seine ersten Ausstellungen als zu modern ab, obgleich er damals noch weitgehend gegenständlich malte. Mit seinem Umzug nach Paris kehrte er der Natur vollends den Rücken. Dennoch gab er nie den Anspruch auf, ihrer Vollkommenheit in jedem seiner Werke Ausdruck zu verleihen. Der Maler begriff Harmonie fortan als Produkt eines intellektuellen Prozesses, als Resultat einer Komposition, die jeder Betrachter selbst entschlüsseln muss. Die Unsicherheiten des Ersten Weltkrieges ließen seinen Wunsch nach Ordnung umso mehr wachsen: nach Reduktion der Formen folgte die Reduktion der Farben. Trotz der selbst gewählten Beschränkung im künstlerischen Ausdruck und der bedrückenden Erfahrung zweier Kriege versprühen auch seine späten Werke Optimismus und Lebensmut. Es heißt, das sei dem vibrierenden Rhythmus von New York zu verdanken, der Stadt, in der der Jazz-Liebhaber seine letzten Lebensjahre verbrachte.

Die anderen Biografien:

1. Ein Violinist, der Schülern Harmonie lehrte
2. Ein Mann, der immer den richtigen Ton traf
4. Ein Mann, der einer Stadt das Gesicht gab
5. Eine sagenhaft schöne Frau und Freundin
6. Eine Frau, die sich zuwendete
7. Ein Mann, der kein Ende finden konnte
8. Ein Mann, der mit Ideen spielte wie mit Bällen
9. Eine Frau, die sich ein Leben lang sehnte
10. Die Liebhaberin der Frauen


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