Biolabor aus Europa : Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Die Hinweise mehren sich, doch der direkte Nachweis von Mars-Mikroben steht noch aus. Die Exomars-Mission soll das ändern.

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Fossiler Seeboden. Der Rover hat eine versteinerte Schlammschicht angebohrt, um Sediment für eine genaue Untersuchung zu gewinnen. Das Bohrloch ist sechs Zentimeter tief. Foto: Nasa/Vaniman et al.
Fossiler Seeboden. Der Rover hat eine versteinerte Schlammschicht angebohrt, um Sediment für eine genaue Untersuchung zu gewinnen....Foto: Nasa/Vaniman et al.

Ein Experiment zeigte biologische Aktivität, ein anderes tote Materie. Seit die Viking-Sonden in den 1970er Jahren widersprüchliche Ergebnisse lieferten, sucht die Nasa nicht mehr auf der Marsoberfläche nach Leben. Ein Schritt nach dem anderen, lautete fortan die Devise. Zunächst wollten die Amerikaner klären, wo und wann es auf dem roten Planeten Wasser gab. Die Europäer waren optimistischer. Im Jahr 2005 genehmigte die Europäische Weltraumorganisation Esa ein großes Robotfahrzeug namens „Exomars“ mit Biolabor.

Eigentlich sollte diese mehrere Milliarden Euro teure Flagschiffmission bereits 2011 starten. Stattdessen wurde sie zum politischen Zankapfel. 2009 wurde eine Zusammenarbeit mit der Nasa beschlossen, 2012 fiel das Projekt den US-Haushaltskürzungen zum Opfer. Nun plant die Esa mit der russischen Raumfahrtbehörde. Zwei Starts mit Proton-Raketen in den Jahren 2016 und 2018 sollen einen Orbiter, einen Lander und einen Rover mit einem Biolabor zum Mars bringen. Die Finanzierung des ersten Starts gilt als gesichert. Doch für die zweite Hälfte der Mission mit dem Exomars-Rover fehlen über 100 Millionen Euro.

Der Roboter entnimmt Bodenproben und untersucht sie in seinem Labor

Mithilfe des „Trace Gas Orbiters“ wollen die Forscher endgültig den Ursprung des Methans auf dem Mars aufklären. Dazu soll die Sonde mit ihren Detektoren nach Spurengasen suchen, die charakteristisch für biochemische und geochemische Vorgänge sind. Zugleich dient der Orbiter als Relaisstation für den Lander und später für den Rover. Der Lander „Schiaparelli“ ist in erster Linie eine meteorologische Messstation. Sie soll auch Staub und damit verbundene elektrische Prozesse in der Marsatmosphäre untersuchen.

Erst zwei Jahre später kann der Rover beginnen, gezielt nach Spuren von früherem und gegenwärtigem Leben auf dem roten Planeten zu suchen. Mit einem Greifarm und einem Bohrer kann der rollende Roboter Bodenproben entnehmen und in seinem Labor untersuchen. Die Experimente können Biomoleküle und Anzeichen für biologische Reaktionen finden.

Die Nasa plant im Moment nur eine weitere Mars-Mission: „InSight“ soll im März 2016 starten und ab September seismische Untersuchungen auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten durchführen. Daraus erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über den inneren Aufbau des Mars. Frühestens im Juli 2020 könnte ein weiterer großer Rover starten, der ebenso wie Exomars nach Anzeichen für Leben fahnden soll. Falls es Geld dafür gibt.

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