Brexit und die Folgen : Weniger deutsche Bewerbungen an britischen Unis

Weniger deutsche Studierende wollen an britische Hochschulen gehen - sie sind unsicher, wie es dort nach dem Brexit weitergeht.

An britischen Unis gehen weniger Bewerberzahlen aus ganz Europa ein.
An britischen Unis gehen weniger Bewerberzahlen aus ganz Europa ein.Foto: Steve Vidler/ picture alliance / dpa

In der Wissenschaft hinterlässt der Brexit bereits sichtbare Spuren mit sinkenden Bewerberzahlen deutscher Studierender für britische Hochschulen. Das geht nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) aus Datenvergleichen der Studienplatzagentur UCAS hervor. So ging die Interessentenzahl mit Stichtag 30. Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 3570 auf 3230 (minus 9,5 Prozent) zurück – nach einer stetigen Steigerung in den Jahren davor. Ähnlich negativ war die Entwicklung laut „Universities and Colleges Admissions Service“ (UCAS) zu den Stichtagen 15. Januar (minus 10 Prozent) und 24. März (minus neun Prozent).

Der DAAD, eine überwiegend vom Bund finanzierte Förderorganisation für internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, warnt seit der Entscheidung der Briten für einen EU-Ausstieg vor Verschlechterungen. „Studierende, aber auch Forscher sind derzeit unsicher, wie es nach dem Brexit konkret weitergeht“, sagte DAAD-Generalsekretärin Dorothea Rüland. „Wir erwarten, dass Studierende und Akademiker in Großbritannien auch weiterhin Reisefreiheit und einen sicheren Aufenthaltsstatus genießen, so wie in anderen Ländern der EU auch.“ Auch die britische Hochschulrektorenkonferenz hat bereits mehrfach an die britische Regierung appelliert, dass der Brexit keine negativen Auswirkungen auf die Unis haben dürfe.

Der Rückgang der Bewerberzahlen betrifft laut DAAD „nicht nur Studierende aus Deutschland, wobei hier der Rückgang überdurchschnittlich hoch ist“. Insgesamt ging die Zahl der Bewerber an britischen Unis zum Juni 2017 um fast 25 000 im Vorjahresvergleich zurück (minus vier Prozent). Bei Studierenden aus EU-Ländern war das Minus noch etwas höher (minus fünf Prozent). Auch in anderen EU-Ländern ist das Interesse an einem Studium in Großbritannien rückläufig. Laut UCAS gab es im Vergleich 2016/17 nach hohen Zuwachsraten erstmals einen Knick – etwa in Polen (minus ein Prozent), Frankreich (minus zwei), Italien (minus zehn), Österreich (minus zehn), am stärksten im besonders verunsicherten EU-Nachbarland Irland (minus 16). (dpa)

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