Bronzescheibe : Forscher: Himmelsscheibe von Nebra mit Urin gefärbt

Die Himmelsscheibe von Nebra muss kurz nach ihrer Fertigstellung vor mehr als 3600 Jahren mit einer ätzenden Mixtur dunkelbraun eingefärbt worden sein.

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Als Grundlage diente offenbar vergorener Urin. Das ist das Ergebnis langjähriger Forschungen des Archäologen Daniel Berger und des Chemikers Christian-Heinrich Wunderlich vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

In die Lauge sei die die Bronzescheibe, die als weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung gilt, eingelegt worden, sagen die Forscher. Nach wenigen Tagen habe sich die Metalloberfläche dunkelbraun verfärbt. „Der Trick dabei war, dass der Urin zusammen mit einem kleinen Stück Kupfer, einem sogenannten Opferstück, vergoren werden musste. Ansonsten wäre keine gleichmäßige Färbung der Scheibe erzielt worden“, erklärt Berger. Diese Technik sei mit Sicherheit nur wenigen prähistorischen Handwerkern bekannt gewesen, „das war Geheimwissen“, sagt Wunderlich.

Heute schimmert der archäologische Schatz grünlich. Die Farbänderung entstand über die Jahrtausende durch Korrosion. Die mindestens 3600 Jahre alte Himmelsscheibe wurde 1999 bei Nebra entdeckt. Seit 2008 ist sie in der Dauerausstellung des Landesmuseums in Halle zu bewundern. dpa

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