Wissen : Brustkrebs geht zurück

Seit Frauen in den Wechseljahren weniger Hormonpräparate verschrieben bekommen, sinkt die Zahl der Brustkrebsdiagnosen in Deutschland. Das berichtet das Magazin „Focus“ unter Berufung auf die Krebsregister der Länder Schleswig-Holstein und Saarland. Nach deren Daten ist die Zahl der erkannten Neuerkrankungen von 2003 bis 2005 um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge griffen 1998 noch 16,9 Prozent der befragten Frauen zu Hormonpräparaten während oder nach den Wechseljahren, 2004 waren es nur noch 10,1 Prozent.

Nach den Worten des Regensburger Krebsspezialisten Olaf Ortmann von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie betrifft der jetzt beobachtete Rückgang der Diagnosen vor allem solche Tumoren, die schon in der Brust schlummerten und durch die Hormone schneller gewachsen sind. Ein möglicher Rückgang von Geschwulsten, die erst durch die Hormonpräparate entstanden sind, könne sich erst deutlich später bemerkbar machen. Neu entstandener Brustkrebs brauche in der Regel viele Jahre, um klinisch erkennbar zu werden. Mehrere Studien hatten eine Erhöhung des Brustkrebsrisikos durch eine langjährige Hormonersatztherapie ergeben.dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben