Wissen : Büchergeld für Begabte steigt langsamer

Das Büchergeld für die Stipendiaten der Begabtenförderwerke steigt – aber nicht so schnell, wie ursprünglich von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) geplant. Im nächsten Jahr soll es von jetzt 80 Euro zuerst auf 150 Euro steigen. Noch in dieser Legislaturperiode soll es aber bei 300 Euro liegen. Das kündigte Schavan am gestrigen Donnerstag an. Ursprünglich war eine Erhöhung um 275 Prozent auf 300 Euro schon für dieses Jahr vorgesehen. Schavan war für die hohe Steigerung heftig kritisiert worden, auch von Stipendiaten der Förderwerke. Mehr als 3700 unterschrieben eine Petition, weil sie das Geld angesichts der „sozialen Schieflage“ in der Studienfinanzierung falsch verteilt fanden.

Schavan teilte mit, in den vergangenen fünf Jahren sei es gelungen, die Zahl der Stipendiaten von 13 400 auf fast 23 000 zu steigern. Damals gab der Bund erst 80,5 Millionen für begabte Studierende aus, 2011 sollen es 136,7 Millionen sein.

Schavan will aber um weitere 35 Millionen Euro kämpfen. Auch bei steigenden Studierendenzahlen solle ein Prozent ein Begabtenstipendium bekommen. Möglicherweise müsse ein Teil der 35 Millionen Euro aber auch für die Unterstützung von Hartz-IV-Familien verwendet werden.

Für dieses Jahr hatte Schavan eine Rekordsumme für die Begabtenförderwerke vorgesehen: 197,8 Millionen Euro. Ihr Ministerium geht allerdings davon aus, dass tatsächlich 170 Millionen Euro fließen werden. Die übrigen Millionen seien in der Erwartung in den Haushalt eingestellt worden, dass das Büchergeld erhöht wird und die Bafög-Erhöhung kommt, mit der auch die Zuschüsse für die Begabtenförderwerke steigen, sagte ein Sprecher. Nun rechnet Schavan mit der Bafög-Erhöhung offenbar erst zum Sommersemester.

Bei der Hans-Böckler-Stiftung ist man „optimistisch“, dass es Schavan gelingt, mehr Geld für die Stiftungen zu erstreiten. Darum habe die Böckler-Stiftung bereits zusätzliche Stipendiaten aufgenommen, sagt ein Sprecher. Vorsichtshalber habe man ihnen aber mitgeteilt, dass ihre Förderung vorerst nur auf ein Semester begrenzt ist. Sollte es zusätzliches Geld geben, will die Böckler-Stiftung neue Projekte für an den Hochschulen unterrepräsentierte Gruppen auflegen. akü

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