"Camp Century" auf Grönland : Umweltgefahr aus dem Kalten Krieg

Auf Grönland wurde 1959 eine US-Militärbasis errichtet, um die Stationierung von Atomraketen in der Arktis zu testen. „Camp Century“ liegt vollständig unter Eis und wurde 1967 aufgegeben. In der Annahme, dass der Schneefall das Camp weiter zudeckt, wurde der Müll dagelassen – darunter 200 000 Liter Diesel, 240 000 Liter Abwasser sowie radioaktives Kühlwasser in unbekannter Menge. Im Zuge des Klimawandels könnte der Schneefall zurückgehen und das Eis so stark schmelzen, dass die Altlast in angrenzende Ökosysteme gelangt, warnen Forscher in den „Geophysical Research Letters“. Sie rekonstruierten anhand von Unterlagen, wo damals der Müll versenkt wurde, und simulierten, wie sich der Grönländische Eisschild künftig entwickeln dürfte. Demnach könnte es an diesem Ort – 200 Kilometer von der Westküste entfernt – um 2090 herum unterm Strich zu einem Eisverlust kommen.

Die Wissenschaftler empfehlen nicht, den Abfall sofort zu bergen. Das sei sehr aufwendig, denn noch befinde er sich viele Meter tief im Eis. Man sollte abwarten, bis es so weit geschmolzen ist, dass die Schadstoffe nur noch knapp unter der Oberfläche liegen, und dann über einen Abtransport nachdenken. (nes)

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