Charité : Kritik am Gipfel für Gesundheit

Am Mittwoch beginnt an der Berliner Charité der "World Health Summit". 30 Gesundheits- und Forschungsminister aus vier Kontinenten, mehrere Nobelpreisträger, Vertreter der WHO, von Forschungsorganisationen und aus der Industrie haben sich zu der Großveranstaltung angemeldet. Doch nun gibt es Protest.

Dieser Gesundheitsgipfel sei nicht geeignet, weltweite Gesundheitsprobleme anzugehen, sondern drohe eher „zu den Problemen beizutragen, die er vermeintlich zu lösen gedenkt“, heißt es in einer Erklärung der Kritiker, die für diesen Freitag eine Protestaktion und eine Alternativkonferenz planen.

20 Organisationen, darunter „medico international“, der Evangelische Entwicklungsdienst, „attac“ und verschiedene Gewerkschaften haben sich dafür zusammengetan. Nicht gesunde Lebensbedingungen und gute Gesundheitsversorgung für alle, sondern „kurative Individualmedizin und der Einsatz von Hochtechnologie“ stünden im Mittelpunkt des World Health Summit, der zudem von der Pharmaindustrie gesponsert sei, kritisiert Thomas Seibert von Medico International.

Der Charité-Mediziner Detlev Ganten, der sich mit Axel Kahn von der Université Descartes in Paris die Gipfelpräsidentschaft teilt, kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen. Mit der Veranstaltung, die zum großen Teil von den beiden Regierungen, von Stiftungen und großen Forschungsinstitutionen finanziert wird, wolle man gerade zeigen, dass moderne Hochleistungsmedizin und Nachdenken über die gerechte Verteilung von Gesundheitsgütern zusammen gedacht werden müssen. So werde es Vorträge und Diskussionen über Vorbeugung und Behandlung von Aids und Malaria in Afrika, aber auch über Tuberkulose in osteuropäischen Ländern oder Armut als Gesundheitsrisiko in westlichen Gesellschaften geben.

Ganten will den Alternativkongress am Freitag besuchen, ein Vertreter der Kritiker soll am Wochenende beim Gipfel zu Wort kommen. aml

Weitere Informationen über den World Health Summit unter www.worldhealthsummit.org

Infos zur Protestaktion unter  www.medico.de/publiceye

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