Wissen : Charité nimmt mehr Geld für Forschung ein

Die Charité hat im vergangenen Jahr ihre Einnahmen an Forschungsgeldern kräftig gesteigert. Insgesamt warben die Forscher der Universitätsmedizin von FU und HU 150 Millionen Euro ein, fast 25 Millionen Euro mehr als im Jahr 2009. Das gab Vorstandschef Karl Max Einhäupl am Mittwoch im Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt.

Anlass von Einhäupls Auftritt vor den Parlamentariern war eine Anhörung zum neuen Hochschulvertrag der Charité. Nach Kürzungen in den vergangenen Jahren sind vom Senat wieder Steigerungen des Zuschusses für Forschung und Lehre vorgesehen. Bis 2013 könnte die Charité 196 Millionen Euro erhalten, zwanzig Millionen Euro mehr als 2010. Wie viel die Charité bekommt, hängt davon ab, ob sie die vorgegebenen Leistungskriterien erfüllt.

Einhäupl bewertete den Vertrag als „positiv“. Die Aufwüchse würdigten die „enormen Leistungen der Mitarbeiter“. Mit einem „weinenden Auge“ sehe er, dass der zusätzliche Zuschuss für kleinere Investitionen nicht ausreiche. Statt wie vorgesehen pro Jahr 33 Millionen Euro, würden 60 bis 70 Millionen gebraucht. Einhäupl kritisierte auch den „Abstimmungsmarathon“ in den für die Charité zuständigen Senatsverwaltungen. Entscheidungen würden so verzögert. Er warb für mehr Eigenständigkeit. Staatssekretär Knut Nevermann gab eine „absurde Überorganisation“ bei der Charité zu.

Vertreter aller Parteien lobten die „Trendwende“ bei den Zuschüssen. Nicolas Zimmer (CDU) sagte, er hoffe, dass „der unsägliche Kleinkrieg des Finanzsenators gegen die Charité ein Ende findet“.

Bewerber haben derzeit nur eine Chance auf einen Medizin-Studienplatz, wenn sie einen Abischnitt von 1,5 haben, berichtete Einhäupl. Die Charité muss dennoch keine neuen Studienplätze aufbauen – obwohl sie auch Geld aus dem Hochschulpakt erhalten wird. Diese Mittel seien als „Haltepauschale“ für die existierenden Plätze gedacht, sagte Nevermann. Das Parlament soll vor dem Sommer über den Vertrag abstimmen. tiw

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