Wissen : China startet Raumschiff

An Bord sind auch Experimente deutscher Forscher

Kooperation. Die Wissenschaftler wollen studieren, wie Pflanzen auf Schwerelosigkeit und Strahlung reagieren. Foto: dpa
Kooperation. Die Wissenschaftler wollen studieren, wie Pflanzen auf Schwerelosigkeit und Strahlung reagieren. Foto: dpaFoto: dpa

China treibt den Bau seiner ersten Raumstation voran. Ein unbemanntes Raumschiff ist am Montagabend zu einem ersten Kopplungsmanöver ins All gestartet. „Shenzhou-8“ (Magisches Schiff) habe um 22.58 Uhr MEZ an der Spitze einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Jiuquan abgehoben, meldet die Nachrichtenagentur Xinhua. Mit an Bord ist eine deutsche Apparatur mit 17 biologischen und medizinischen Experimenten, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln ergänzend mitteilte.

Shenzhou-8 soll nach zwei Tagen automatisch an das erste Modul der künftigen Raumstation „Tiangong-1“ (Himmelspalast) andocken, das sich seit Ende September auf der Umlaufbahn befindet. Wenn das komplizierte Kopplungsmanöver gelingt, soll das Raumschiff zwölf Tage lang im Verbund mit dem Modul die Erde umkreisen, dann noch einmal an- und abdocken, um danach samt den Experimenten wieder zur Erde zurückzukehren.

2012 sollen dann mit Shenzhou-9 oder Shenzhou-10 auch Taikonauten, wie die chinesischen Raumfahrer genannt werden, zu einer Kurzzeitmission zu dem Modul fliegen, umsteigen und erste medizinische und technologische Experimente an Bord machen. 2020 soll dann eine rund 60 Tonnen schwere Raumstation um die Erde kreisen und permanent besetzt sein.

Die deutschen und chinesischen Experimente, die in der Apparatur „Simbox“ (Science in Microgravity Box) ablaufen, sind nach Angaben des DLR das weltweit erste bilaterale Kooperationsvorhaben Chinas im Rahmen des Shenzhou-Programms. Dabei werden Pflanzen, Fadenwürmer, Bakterien und menschliche Krebszellen fast drei Wochen lang der Schwerelosigkeit und der Weltraumstrahlung ausgesetzt sowie wichtige Proteine kristallisiert. Die Wissenschaftler erhoffen sich dabei Antwort auf die Frage, wie die Schwerkraft in biologische Prozesse eingreift und wie man das Immunsystem stärken kann – auch in Hinsicht auf künftige Langzeitaufenthalte im All. dapd

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