Creutzfeld-Jakob-Nachweis : Prionen-Schnelltest zur Früherkennung

Mit einem neuen Testverfahren kann Creutzfeldt-Jakob früher erkannt werden. Die Chance auf Heilung steigt dadurch.

Kuh
Im Visier: Bald soll ein Bluttest in bis zu drei Tagen den Erreger von BSE und Creutzfeld-Jakob nachweisen. -Foto: dpa

Prionen sind die Erreger von BSE bei Rindern, Scrapie bei Schafen und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen. Die Eiweißmoleküle verändern die Form körpereigener Prionproteine so, dass sich diese selbst in infektiöse Prionen verwandeln. Die daraus resultierende Kettenreaktion macht man sich beim Erregernachweis zunutze. Amerikanische Forscher haben jetzt das bisherige Testverfahren durch den Einsatz gentechnisch erzeugter Prionproteine so verbessert, dass bereits nach zwei bis drei Tagen geringste Mengen von Prionen nachweisbar sind. Dafür ist allerdings noch eine Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit nötig. In Zukunft soll der Test auch mit einer Blutprobe durchführbar sein, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Methods“.

Die menschliche Form des Rinderwahns, die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, ist eine tödlich verlaufende Gehirnerkrankung. Eine Chance auf Heilung bestünde nur, wenn die Infektion lange vor den ersten Symptomen diagnostiziert werden könnte. Der zurzeit mögliche Test benötigt einen gereinigten Extrakt von Hirngewebe als Ausgangsmaterial für den Reaktionsansatz. Wenn die zugegebene Untersuchungsprobe Prionen enthält, werden die normalen Prionproteine des Hirnextrakts in Prionen umgewandelt, die sich zusammenlagern und sich dann biochemisch nachweisen lassen.

Byron Caughey und Kollegen vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland ist es gelungen, in Bakterien Hamster-Prionproteine gentechnisch herzustellen und anstelle von Hirnextrakt im Test einzusetzen. Dieses Material lässt sich vergleichsweise schnell, in großen Mengen und in reiner Form erzeugen. Das Testverfahren verkürzt sich damit von etwa drei Wochen auf zwei bis drei Tage. Als Untersuchungsmaterial genügten zwei Mikroliter Rückenmarksflüssigkeit. Zukünftig soll das Verfahren auch an einer Blutprobe möglich sein. Es könnte außerdem dazu beitragen, Wirkstoffe zu finden, die die krankhaften Zusammenlagerungen von Prionen und damit das Fortschreiten der Krankheit blockieren. (mit wsa)

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