"Curiosity"-Mission auf dem Roten Planeten : Marsrover findet mysteriöse Methanquelle

Überraschender Befund: In der Atmosphäre ist weniger Methan als erwartet. Und der Gehalt schwankt, offenbar gibt es eine Methanquelle in der Nähe des Rovers. Ein Hinweis auf Mikroben?

Selbstporträt. Das Foto wurde zusammengesetzt aus Dutzenden Aufnahmen, die der Marsrover "Curiosity" von sich und seiner Umgebung gemacht hat. Seit August 2012 erkundet er den Gale-Krater auf dem Mars. Die Mission kostet rund 2,5 Milliarden Dollar.
Selbstporträt. Das Foto wurde zusammengesetzt aus Dutzenden Aufnahmen, die der Marsrover "Curiosity" von sich und seiner Umgebung...Foto: Nasa

Der vom Forschungsroboter „Curiosity“ registrierte Methananteil in der Marsatmosphäre sei nur etwa halb so hoch wie erwartet, schnelle jedoch kurzzeitig bis zum Zehnfachen in die Höhe, berichten Forscher um Christopher Webster vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa im Fachblatt „Science“. In 20 Monaten war das an 60 Marstagen der Fall. Das sei überraschend, weil das Gas eine Lebensdauer von etwa 300 Jahren in der Atmosphäre habe, schreiben sie. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass sich in der Nähe von „Curiosity“ eine Methanquelle befinde, an der das Gas produziert oder ausgestoßen werde und sich rasch in der Umgebung verteile. Direkte Hinweise auf biologische Aktivität haben die Forscher nicht gefunden, können diese aber auch nicht ausschließen.

Das Gas könnte auch beim Abbau von Staub entstanden sein

Auf der Erde ist Methan zwar meist biologischen Ursprungs. Auf dem Mars kann das Gas jedoch auch auf andere Weise entstehen, etwa durch den Abbau von Staub und organischem Material, das mit Kometen auf den Roten Planeten geregnet ist.

Das Team um Webster hatte den Methangehalt in der Marsatmosphäre in der Nähe des Gale-Kraters untersucht und festgestellt, dass er nur etwa halb so hoch liegt wie aus den bekannten Prozessen erwartet.

Der Kleinwagen-große Roboter hat auf dem Roten Planeten bereits mehrere Kilometer zurückgelegt und zahlreiche wissenschaftliche Daten und Fotos zur Erde geschickt. Er überstand während seiner Mission schon Stürme, Computerpannen und Kurzschlüsse. Das Ziel der eine Milliarde Dollar teuren Mission besteht darin, herauszufinden, ob es früher auf dem Mars Leben gegeben haben könnte. (dpa)

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