DAAD-Programme : Gemeinsam forschen und lernen

Kurz nach den Revolutionen in Tunesien und Ägypten hat das Auswärtige Amt ein Förderprogramm für Forschung und Wissenschaft aufgelegt. Viele Projekte der "Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft" arbeiten bereits erfolgreich.

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Kurz nach den Revolutionen in Tunesien und Ägypten hat das Auswärtige Amt ein Förderprogramm für Forschung und Wissenschaft aufgelegt. In der „Deutsch- Arabischen Transformationspartnerschaft“ kann der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in diesem und im kommenden Jahr jeweils 7,4 Millionen Euro für Hochschulpartnerschaften und Forschungsprojekte ausgeben. Diese stellte der DAAD jetzt in Berlin vor.

Sarhan Dhouib, Philosophiedozent an der Uni Kassel, organisiert in Tunis eine deutsch-tunesische Konferenz über „Demokratie, Pluralismus und Menschenrechte“. Wichtig sei ein Austausch „auf Augenhöhe“, sagt Dhouib. „Wir führen die Menschenrechte nicht auf eine Kultur zurück, sondern fragen, wie wir sie gemeinsam weiterentwickeln können.“ Neu für Tunesien sei, dass Doktoranden gleichberechtigt teilnehmen.

Ein Großprojekt zur Aufforstung der Wüste plant Hani El Kateb von der TU München mit der Ain-Shams- und der Alexandria-Universität. Ungenutzte Abwässer sollen vorgeklärt auf große Flächen neu angepflanzter Wälder geleitet werden. Das würde helfen, eine Reihe von Umweltproblemen zu lösen, Arbeitsplätze in neuen Bereichen zu schaffen – und neue Studiengänge für Wasser- und Forstmanagement, sagt El Kateb.

Bei den Vorhaben gehe es um weit mehr als wissenschaftlichen Austausch, sagt Umweltchemiker Müfit Bahadir, Professor an der TU Braunschweig. Er bringe Gaststudenten und -professoren aus Tunis und Sousse immer mit dem Asta, dem Gleichstellungsbüro und Studiendekanen zusammen. „So erfahren sie etwas über good governance an der Hochschule.“ Das „alte Denken“ sei bei den tunesischen Partnern lange nicht überwunden. Kürzlich habe ein Direktor verlangt, ihm verbundene, aber fachfremde Mitarbeiter im Projekt zur Aufbereitung von Abwassern zu beschäftigen. Weitere Kooperationen sind Masterstudiengänge für Kinderkardiologie in Kairo und Sousse (mit der Uniklinik Köln) sowie ein Archäologie-Studiengang der Helwan University in Kairo und der BTU Cottbus. -ry

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