Wissen : Dammbruch löste Kälteperiode auf der Nordhalbkugel aus

Nach dem Ende der Eiszeit vor gut 10 000 Jahren machte die Temperaturkurve, gerade auf der Nordhalbkugel, noch heftige Sprünge. Zumindest für eine Zwei-Grad-Abkühlung vor rund 9300 Jahren gibt es nun eine Erklärung. Das behaupten zumindest Shi-Yong Yu von der Universität von Minnesota und Kollegen im Fachblatt „Science“. Schon länger wird vermutet, dass damals kurzfristig große Mengen Schmelzwasser der zurückweichenden Gletscher in den Atlantik strömten, dort die Zirkulation durcheinanderbrachten und damit eine Abkühlung auslösten. Doch woher kam das Wasser?

Yu und sein Team fanden an einem der fünf Großen Seen in Nordamerika, dem Lake Superior (Oberer See), Hinweise dafür, dass dort der Pegel kurzfristig um rund 45 Meter fiel. Das Wasser schoss durch den Huronsee und den Sankt-Lorenz-Strom in den Nordatlantik, schreiben die Forscher.

Der plötzliche Verlust von geschätzten 4000 Kubikkilometern Wasser ist nach ihrer Ansicht einem Dammbruch geschuldet. Die weichenden Gletscher hatten zunächst große Moränen aus Erde und Gesteinsbrocken zurückgelassen. Je mehr Schmelzwasser sich davor sammelte, desto größer wurde der Druck auf die natürlichen Dämme. Für die „Nadoway“-Moräne war er vor 9300 Jahren offenbar zu groß. nes

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