Das Sonnenhormon : Vitamin D: Schutz vor Krebs?

Seit langem wird diskutiert, ob Vitamin D das Risiko chronischer Krankheiten wie Krebs senkt. Eine neue Studie stützt diese Theorie.

Hartmut Wewetzer
Unentbehrlich. Sonnenlicht - hier ein Bild von Sonnenflecken - lässt Vitamin D in der Haut entstehen.
Unentbehrlich. Sonnenlicht - hier ein Bild von Sonnenflecken - lässt Vitamin D in der Haut entstehen.Foto: picture-alliance/ dpa

Vitamin D ist wichtig für die Gesundheit der Knochen und soll zudem vor einigen chronischen Krankheiten schützen. Diese Annahme nährt eine Studie amerikanischer Forscher. Danach haben Frauen mit einer höheren Vitamin-D-Menge im Blut ein um 67 Prozent geringeres Krebsrisiko als Frauen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel.

In der im Fachblatt „Plos One“ veröffentlichten Auswertung wurden zwei frühere Untersuchungen zusammengefasst, an denen zusammen 2300 Frauen mit je nach Vitamin-D-Einnahme unterschiedlich hohen Blutspiegeln des Vitamins teilnahmen. Die Beobachtungszeit betrug knapp vier Jahre. Frauen, die mehr als 40 Nanogramm Vitamin D pro Milliliter Blutserum (ng/ml) aufwiesen, hatten ein „substanziell geringeres Risiko“, an Krebs zu erkranken, heißt es in der Studie. Cedric Garland von der Universität Kalifornien in San Diego, einer der Autoren, sieht sich bestätigt. Um Krebs „im Keim zu ersticken“, rät er Frauen vom neunten Lebensjahr an, täglich 4000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D zu schlucken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt dagegen, allenfalls 800 IE am Tag zu sich zu nehmen.

Andere Wissenschaftler sind skeptisch. Die Zahl der Krebsfälle in der Studie sei zu gering und die Beobachtungszeit zu kurz, um eindeutige Schlüsse zu ziehen, bemängelte Harvey Risch von der Universität Yale. „Der Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und dem Blutspiegel von Vitamin D ist noch nicht gesichert“, sagte Risch dem amerikanischen Internetdienst „Medscape“.

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