DEM GEISTIGEN VERFALL VORBEUGEN : Bewegung hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge

Frohe Kunde zum Thema Bewegung und Gedächtnis kommt zeitgleich zu den ersten Ergebnissen von „Berlin bleibt fit“ auch aus Australien: In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Jama“ (Band 300, Seite 1027) wird über Ergebnisse einer Arbeitsgruppe aus dem Royal Hospital in Perth berichtet. An deren Studie waren 138 Freiwillige über 50 Jahre beteiligt. Alle klagten über Gedächtnisprobleme, waren aber nicht an Demenz erkrankt. Nach dem Zufallsprinzip wurden sie zwei Gruppen zugeteilt: Die eine lebte wie bisher, die andere wurde verpflichtet, sich mindestens dreimal in der Woche für 50 Minuten kräftig zu bewegen, zum Beispiel beim Walking. Das sportliche Programm wurde in dieser Studie auf eigene Faust organisiert, die Teilnehmer führten darüber jedoch Tagebuch. Wer zuvor schon aktiv war, sollte sein Programm um 50 Minuten aufstocken.

Zu Beginn und nach 18 Monaten wurden alle Teilnehmer von Psychologen, die über die jeweilige Gruppenzugehörigkeit nicht informiert waren, einem gängigen Test aus dem Bereich der Alzheimer-Diagnostik unterzogen, dem kognitiven Teil der Alzheimer Disease Assessment Scale (ADAS-Cog). Gemessen

werden Gedächtnis, Orientierung, Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen, Sprache und praktische Fähigkeiten. Die Teilnehmer der Bewegungsgruppe verbesserten sich dabei im Schnitt um 0,69 Punkte auf der 70-Punkte-Skala. Das ist eine geringe Verbesserung, die Autoren halten sie jedoch für bedeutsam, „wenn man den relativ bescheidenen Grad physischer Aktivität berücksichtigt, der in der Studie verlangt wurde“. Sie weisen zudem darauf hin, dass ein Bewegungsprogramm nicht allein dem Gedächtnis auf die Sprünge hilft, sondern vielfältige gesundheitliche Effekte hat. Nach Angaben der Forscher gibt es derzeit weltweit rund 27 Millionen Alzheimerkranke. Im Jahr 2050 könnten es allerdings 106 Millionen sein. aml

0 Kommentare

Neuester Kommentar