Wissen : Demonstrationen und Proteste bundesweit

Mit Aktionen in rund 70 Städten haben rund 100 000 Schüler und Studenten am Mittwoch für bessere Bildungsbedingungen in Deutschland protestiert. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verlangten landesweit jeweils weit mehr als 10 000 Schüler und Studenten bessere Lernbedingungen. Auch in Hamburg, Stuttgart und München gingen Tausende auf die Straße. In Mainz drangen Dutzende junge Demonstranten in das Abgeordnetenhaus des rheinland-pfälzischen Landtags ein. Die Polizei sprach von etwa 70 Personen. Die Studierenden sollen eine Fotoausstellung der CDU-Fraktion über den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 beschädigt haben.

In Hamburg forderten die Studenten unter anderem mehr Mitspracherecht. Nach wie vor fehlten an der Hochschule demokratische Strukturen. Vornehmlich die Kinder vermögender Eltern gingen auf die Universität.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) nannte die Forderungen der Studierenden am Mittwoch „zum Teil gestrig“. Wer fordere, Bachelor- und Masterstudiengänge abzuschaffen, verkenne, „dass Deutschland Teil des europäischen Bildungsraums ist“. Schavan kündigte an, im Juli bei einer Konferenz mit Studierenden über die Studiengänge sprechen. An einigen Stellen müsse nachgebessert werden. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßte am Mittwoch „das Engagement der jungen Menschen für mehr und bessere Bildung“. Das Bildungssystem sei noch immer „unterfinanziert, sozial sehr selektiv und zu undurchlässig“, erklärten die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christel Humme und Bildungssprecher Ernst Dieter Rossmann. Tsp/dpa

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