Wissen : Der Problemfall KIT ist gelöst

Wie Universität und Forschungszentrum Karlsruhe fusionieren können

In Karlsruhe entsteht etwas völlig Neues. Das Forschungszentrum Karlsruhe, das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört, schließt sich mit der Landesuniversität Karlsruhe zusammen. Das neue Karlsruhe Institute of Technology (KIT) wird nach dem Vorbild internationaler Eliteeinrichtungen wie dem MIT in Boston und der ETH Zürich organisiert. Das KIT als Fusion von Uni und außeruniversitärem Institut, die von der Exzellenzinitiative gefördert wird, galt allerdings rechtlich von Anfang an als Problemfall.

In Berlin präsentierte Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan am Montag eine Lösung: Das KIT wird als Körperschaft des öffentlichen Rechtes organisiert und ist damit zugleich Landesuniversität und außeruniversitäre Großforschungseinrichtung. Aus verfassungsrechtlichen Gründen bleiben die Finanzströme getrennt. Es werden keine Mittel der Helmholtz-Gemeinschaft – und damit Gelder des Bundes – in die Finanzierung von Studienplätzen fließen.

„Wir schaffen einen Forschungsstandort mit großer internationaler Ausstrahlung – und zugleich ein Zukunftsmodell für Deutschland“, sagte Schavan. Mit dem KIT hätten sich Bund und Land auf einen „ordnungspolitischen Prototyp“ verständigt, mit dem die Versäulung der Wissenschaft aufgebrochen wird. Es seien auch andere Verbindungen von Universitäten und Instituten möglich. Wichtig sei, dass durch diesen rechtlichen Zusammenschluss sowohl für das Forschunginstitut als auch für die Universität ein Mehrwert entsteht. Selbstverständlich bleibe das Promotionsrecht bei der Uni.

Im KIT werden 8000 wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt. Die Institution hat einen Jahresetat von 600 Millionen Euro. Nach den Verträgen über die Gründung des KIT bereite Baden-Württemberg jetzt auch die gesetzliche Absicherung vor, sagte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg. „Mit dem KIT zeigen wir international, wozu Deutschland in der Lage ist“, sagte Frankenberg. Es wird im KIT gemeinsame Berufungen von Professoren für die Forschung sowie von Professoren für den Lehrbetrieb der Uni geben. Auch diese Unterscheidung der Funktionen sei gesetzlich bereits vorbereitet, so Frankenberg.

Das KIT soll von einem Vorstand geleitet werden. Ihm wird als Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten der Rektor der bisherigen Uni Karlsruhe Horst Hippler angehören. Der Leiter des Forschungszentrums Karlsruhe, Eberhard Umbach, soll offenbar Vorstandsvorsitzender werden. Vorsitzender des Aufsichtsrats wird der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek. Der Aufsichtsrat setzt sich je zur Hälfte aus Vertretern des Bundes und des Landes zusammen.U.S.

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