Wissen : Der Südwesten streitet über Einheitslehrer

Lehrerverbände warnen vor den Folgen der grün-roten Bildungspolitik in Baden-Württemberg. Die Etablierung eines „Einheitslehrers“ für die Mittel- und Oberstufe aller Schulen werde die Profile der Schularten einebnen. Es drohe die „Zerstörung und innere Aushöhlung“ der Realschule und des Gymnasiums, erklärten der Deutsche Philologenverband (DPhV) und der Verband Deutscher Realschullehrer am Mittwoch.

Eine Expertenkommission unter der Leitung der ehemaligen Berliner Schulsenatorin Sybille Volkholz (Grüne) zur Reform der Lehrerbildung hatte Ende März für Baden-Württemberg ein gemeinsames Lehramt für die Sekundarstufe I und II empfohlen. Die Lehrerverbände beklagen, dies folge dem Ziel der Landesregierung, Gemeinschaftsschulen weiter auszubauen und Realschulen und Gymnasien auszutrocknen. Die Erklärung der Kommissionsvorsitzenden, „die neue Einheitslehrerausbildung werde sich an gymnasialen Standards orientieren, ist reine Augenwischerei“, erklärte der Vorsitzende des DPhV, Heinz-Peter Meidinger. Die bisher in Baden-Württemberg „hoch gehaltene Fachlichkeit der gymnasialen Lehrerbildung“ werde durch einen gemeinsamen Studiengang aufgegeben.

Auch in Berlin gibt es Streit um den „Einheitslehrer“, den Experten im Herbst 2012 empfohlen hatten. Die Christdemokraten fordern, dass der Ausbildungsgang für Gymnasiallehrer erhalten bleibt. Das Gesetz zur Reform der Lehrerbildung soll im Herbst verabschiedet werden. -ry

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