Wissen : Deutsche können „gut“ Englisch

Studie: Skandinavier liegen unter 44 Ländern vorn

Philip Fliegel
Intensiv. Ausschlaggebend für die Englischkenntnisse sind die Stundenzahl und die Qualität des Unterrichts. Foto: Thilo Rückeis
Intensiv. Ausschlaggebend für die Englischkenntnisse sind die Stundenzahl und die Qualität des Unterrichts. Foto: Thilo Rückeis

Wenn es um Englisch als Fremdsprache geht, sind die Nordeuropäer führend. Die Deutschen liegen mit ihren Englischkenntnissen vor den Franzosen, Spaniern und Italienern, aber hinter den Österreichern und Belgiern. Das geht aus einer Studie des privaten Bildungsanbieters EF (Education First) hervor, der Sprachreisen und -kurse anbietet.

EF überprüfte die Englischkenntnisse von erwachsenen Sprachschülern nach eigenen Angaben in weltweit 44 Ländern. Über einen Zeitraum von drei Jahren (2007 bis 2009) hätten 2,3 Millionen Menschen an Online-Tests des Anbieters teilgenommen. Dabei seien Grammatik, Vokabeln, das Lese- und das Hörverständnis geprüft worden. Die Ergebnisse spiegeln allerdings dennoch kein repräsentatives Bild der Gesamtbevölkerungen der Länder wider, da nur Sprachschüler, also Menschen mit Bildungsaspiration, untersucht wurden.

Deutschlands Sprachschüler schaffen es in der Studie nicht wie die aus Norwegen, den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Finnland in die Gruppe mit „sehr guten Kenntnissen“. Sie verfügen im Schnitt aber über „gute Kenntnisse“. Das gilt auch für die Teilnehmer aus Malaysia, die sich damit deutlich von Sprachschülern aus anderen asiatischen Ländern absetzen. Hongkong, Südkorea und Japan kommen in die Gruppe mit „mittleren Kenntnissen“. Chinas und Indiens Sprachschüler haben im Schnitt „geringe Kenntnisse“ wie auch Spanier und Italiener. Thailänder können im Schnitt nur „sehr geringe Kenntnisse“ im Englischen aufweisen. In dieser Schlussgruppe finden sich auch die meisten lateinamerikanischen Länder wieder sowie die Türkei.

Der Studie nach hängen die Fremdsprachenkenntnisse der Erwachsenen nicht allein davon ab, in welchem Alter die Schüler den Unterricht aufgenommen haben. Wichtiger sei die Zahl der Unterrichtsstunden und die Qualität des Unterrichts. Dass Deutschland nicht in der Spitzengruppe ist, erklären die Autoren der Studie auch damit, dass Englisch in der DDR kein Pflichtfach war. Das trifft auch auf die meisten anderen getesteten Länder zu. Heute lernten in Deutschland 90 Prozent der Dritt- und Viertklässler Englisch, 27 Prozent begönnen schon in der ersten Klasse damit. Philip Fliegel

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