Wissen : Deutscher Satellit „Rosat“ über dem Golf von Bengalen verglüht

Der ausgediente deutsche Röntgensatellit „Rosat“ ist am vergangenen Sonntag um 3 Uhr 50 Mitteleuropäischer Sommerzeit über dem Golf von Bengalen beim Wiedereintritt in die dichten Schichten der Erdatmosphäre verglüht. Ob Teile des 2,4 Tonnen schweren Kolosses die Erdoberfläche erreicht haben, ist nicht bekannt, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag in Köln mitteilte. Der Wiedereintrittsort sei auf der Basis und nach Auswertung der von den internationalen Partnern, insbesondere den USA, zur Verfügung gestellten Daten bestimmt worden.

Zuvor hieß es, an die 30 Trümmerteile im Gewicht von 1,7 Tonnen könnten die Erde erreichen. Das größte Teil könnte mit allein 1,6 Tonnen das Teleskop mit seinem hitzeresistenten Spiegel sein.

Mit dem Wiedereintritt von Rosat „findet eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Raumfahrtmissionen Deutschlands ihren endgültigen Abschluss“, sagte DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner. Der Einsatz aller Beteiligten im DLR sowie der nationalen und internationalen Partner sei „mustergültig“ gewesen.

Rosat war am 1. Juni 1990 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet worden. Damit nahm eine Mission ihren Anfang, bei der Wissenschaftler zum ersten Mal den gesamten Himmel mit einem abbildenden Teleskop auf Röntgenquellen untersuchten. Bis zu seinem Missionsende am 12. Februar 1999 hat der Satellit 80 000 kosmische Röntgenquellen, darunter Quasare, Galaxien und Neutronensterne, registriert sowie Kometen und Schwarze Löcher untersucht. dapd

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