Wissen : Die Angst sitzt im Gehirn

Angst ist gesund, solange sie uns vorsichtig macht und so dazu veranlasst, Gefahrensituationen zu meiden. Unbegründete Furcht kann das Leben dagegen erheblich erschweren – und krankhafte Angstzustände sind eine ernste psychologische Erkrankung.

Der Neurobiologe Hans-Christian Pape hat an Mäusen untersucht, was bei Angstgefühlen im Gehirn genau abläuft und wie gesunde Furcht und unkontrollierte Angstzustände entstehen. Für seine Arbeit hat der Direktor des Instituts für Physiologie der Uni Münster am Montag in Bonn mit seinem irischen Kollegen Raymond Joseph Dolan vom University College in London den Max- Planck-Forschungspreis erhalten.

Die Auszeichnung ist mit 1,5 Millionen Euro dotiert und wird von der Humboldt- Stiftung und der Max-Planck-Gesellschaft vergeben. Pape erhält 750 000 Euro, die nach Angaben der Humboldt- Stiftung dazu dienen sollen, die im Tierversuch beobachteten Furcht- und Schlafmechanismen auch beim Menschen zu erforschen. Dolan beschäftigt sich bereits mit Wahrnehmungsprozessen im menschlichen Gehirn und dem Zusammenspiel von Emotionen und Verhalten. Dazu beobachtete er die Aktivität im Gehirn mit Hilfe der funktionellen Kernspintomografie. Dank bildgebender Verfahren konnten die Preisträger zeigen, wie Angsterfahrungen im Gehirn „gespeichert“ und in ähnlichen Situationen abgerufen werden. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse könnten auch bessere Therapien für Angstpatienten entwickelt werden.

Der Max-Planck-Forschungspreis wird jedes Jahr an einen in Deutschland und einen im Ausland tätigen Forscher vergeben und vom Bundesforschungsministerium finanziert. Im jährlichen Wechsel werden Wissenschaftler aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften oder den Lebens- und Geisteswissenschaften prämiert. Letztes Jahr wurden die Kunstwissenschaftler Alina Payne von der amerikanischen Harvard-Universität und Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität zu Berlin ausgezeichnet. dal/dpa

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