Wissen : Die CDU will mehr Mathe in der Schule

Uwe Schlicht

Die CDU-regierten Länder wollen in der Kultusministerkonferenz der Länder auf eine Verstärkung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts drängen. Noch ist die Bandbreite der Wochenstunden in den fünften bis zehnten Klassen in den Bundesländern unterschiedlich: Nordrhein-Westfalen kommt auf 35 bis 45 Wochenstunden, Thüringen auf 43 bis 53 Stunden, Niedersachsen zählt 48 bis 59 Stunden. Baden-Württemberg erreicht einen Spitzenwert von 49 bis 61 Stunden und Sachsen setzt noch einen drauf mit 60 bis 67 Wochenstunden.

Am Montagabend erklärte der sächsische Schulminister Roland Möller in Berlin vor der Presse, Bildung sei inzwischen anerkannt als großer Wachstumsfaktor. Besonders wichtig für die Zukunft sei ein Nachwuchs in den Ingenieurfächern und Naturwissenschaften.

In Sachsen müssen alle naturwissenschaftlichen Fächer wie Biologie, Chemie und Physik in der Oberstufe der Gymnasien von der 11. Klasse an bis zum Abitur belegt werden. In Thüringen wird aufbauend auf dem Sachunterricht in der Grundschule in den fünften und sechsten Klasse das neue Fach Natur und Technik angeboten. In der Oberstufe müssen in Thüringen bis zum Abitur zwei naturwissenschaftliche Fächer belegt werden, eines davon soll das Niveau der früher üblichen Leistungskurse erreichen, erklärte der Schulminister Bernward Müller.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die saarländische Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), sieht in Sachsen und Thüringen Vorbilder für die anderen von der CDU regierten Länder. Um zu einer einheitlichen Linie zu kommen, sprach sich die KMK-Präsidentin generell dafür aus, in den Grundschulen im Sachunterricht den naturwissenschaftlich-technischen Inhalt zu intensivieren, und zwar bundesweit. In den anschließenden fünften und sechsten Klassen solle man nicht gleich den Unterricht in Einzelfächer wie Physik, Biologie und Chemie aufsplittern, sondern ein breites naturwissenschaftliches Lernfeld fächerübergreifend beibehalten. Außerdem müsse die Didaktik in Naturwissenschaften und Mathematik erheblich verbessert werden. Nur dann könne man das alte Vorurteil überwinden, dass Mathematik von der Begabung abhänge.

An den Hochschulen müssten die hohen Abbrecherquoten in den Naturwissenschaften und den ingenieurwissenschaftlichen Fächern gesenkt werden. Dann könne Deutschland leichter seinen Nachwuchs an Hochqualifizierten sichern. Dazu benötige man die Hilfe der Wirtschaft zum Beispiel durch Bereitstellung eines Stipendienprogramms, damit die Studenten nicht jobben müssten. Uwe Schlicht

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