Wissen : „Die Ehemaligen aus dem Ausland sind Botschafter“

Warum sich der Wirtschaftssenator mit chinesischen TU-Absolventen in Peking traf

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HARALD WOLF (PDS)

ist Senator für

Wirtschaft, Arbeit und Frauen in Berlin

Foto: KaiUwe Heinrich

Herr Wolf, während Ihrer China-Reise im September vergangenen Jahres haben Sie sich auf Ihren Wunsch hin mit chinesischen Absolventen der TU Berlin getroffen. Warum war Ihnen diese Begegnung wichtig?

Ich habe Alumni der TU in Peking zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen, weil mich interessierte, wie sie Berlin von China aus sehen, und wo es Anknüpfungspunkte geben könnte, um den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Berlin und Peking zu fördern.

Welche Rolle spielen diese Kontakte für die Standortwerbung der Hauptstadt?

Die ausländischen Absolventinnen und Absolventen unserer Fachhochschulen und Universitäten sind, einmal in ihre Heimat zurückgekehrt, natürlich Botschafter Berlins im eigenen Land. Ihre Stimme ist um so wichtiger, als sie in der Regel den wirtschaftlichen und kulturellen Eliten ihrer Länder angehören. Die Mittel, die Berlin in die Ausbildung ausländischer Studentinnen und Studenten investiert, sind also gut angelegt. Dazu gehört aber auch, dass wir diese Kontakte pflegen.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus den Gesprächen mit den ausländischen TU-Absolventen mit?

Zunächst einmal war die positive Resonanz auf meine Einladung beeindruckend. Das Interesse, weiter die Verbindung zu Berlin zu halten, ist immens. Auf jeden Fall will ich auch auf künftigen Auslandsreisen solche Kontakte pflegen.

Was muss getan werden, damit Berlin, insbesondere die Berliner Wirtschaft, von solchen Ehemaligen-Netzwerken stärker profitiert?

Die Kontakte zu diesen Ehemaligen-Netzwerken sollten besser gepflegt werden. Die TU Berlin hat dies ja bereits erkannt. Im Zeitalter von Internet muss diese Kontaktpflege nicht einmal teuer sein. Wissenschafts- und Technologietransfer werden als Argumente für die Investorenansiedlung immer wichtiger. Auch hier können Ehemaligen-Netzwerke der Universitäten und Fachhochschulen sehr hilfreich sein.

Die Fragen stellte Christian Hohlfeld.

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