Wissen : Die Gene hinter der Migräne

In der bisher umfangreichsten Studie zu genetischen Risikofaktoren von Migräne haben Forscher fünf neue Erbgutregionen entdeckt, die für die Entstehung der Krankheit mitverantwortlich sind. Sie seien unter anderem für die Steuerung von Nervenbotenstoffen im Gehirn bedeutsam, sagte Hartmut Göbel vom Migräne- und Kopfschmerzzentrum der Schmerzklinik Kiel. „Auf dieser Grundlage kann man gezielt Behandlungsmethoden entwickeln, die in die Entstehungsmechanismen der Migräne eingreifen.“ Zuvor müssen diese molekularen Mechanismen allerdings erst genau aufgeklärt werden, sagte Christian Kubisch vom Ulmer Institut für Humangenetik.

Die rund 100 beteiligten Forscher analysierten Daten von 29 Genomstudien mit 23 285 Migränepatienten und 95 425 Kontrollpersonen, schreiben sie im Fachblatt „Nature Genetics“. Insgesamt sind nun zwölf Erbgutregionen bekannt, die bei Migränepatienten das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Acht wurden in der Nähe von Genen entdeckt, die bei der Kontrolle von Hirnschaltkreisen eine Rolle spielen. Zwei sind für die Aufrechterhaltung der normalen Hirn- und Nervenzellfunktion verantwortlich. dpa

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