Wissen : Die Jugend singt und tanzt in ihrer Freizeit

Fast zwei Drittel der Jugendlichen musizieren in ihrer Freizeit, treiben Sport oder engagieren sich ehrenamtlich. An solchen „bildungsorientierten“ Freizeitaktivitäten nahmen im vergangenen Jahr 62 Prozent der 16- und 17-Jährigen in Deutschland teil, 2001 waren es erst 48 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor, der großen, am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) angesiedelten Langzeiterhebung. Für die Freizeitstudie haben die Forscher nun die Angaben von insgesamt 3551 Jugendlichen ausgewertet, die zwischen 2001 und 2012 im SOEP befragt wurden.

Am stärksten ist der Anteil der 16- und 17-Jährigen gestiegen, die sich ehrenamtlich engagieren – von elf auf 22 Prozent. Deutlich mehr Jugendliche machen auch Musik, treiben Sport, tanzen oder spielen Theater. Zunehmend weniger verbreitet sind dagegen „informelle“ Freizeitbeschäftigungen. So ist der Anteil derer, die sich täglich mit der besten Freundin oder dem besten Freund treffen, von 40 auf 25 Prozent zurückgegangen.

In Vereinen, AGs und zivilgesellschaftlichen Initiativen seien mehrheitlich Jugendliche aus höheren sozialen Schichten engagiert, betonen die Forscher. Über die Art der Aktivitäten entscheide maßgeblich die Bildung der Eltern. Hat die Mutter weder ein Abitur noch einen Hochschulabschluss, ist die Wahrscheinlichkeit um 20 Prozentpunkte niedriger, dass ihr Kind seine Freizeit „bildungsorientiert“ verbringt, heißt es. -ry

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