Wissen : Die meisten Gaststudenten kommen aus China

An deutschen Hochschulen lag der Anteil von Studierenden aus dem Ausland im Jahr 2009 bei neun Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. In den Industrieländern der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) waren es dagegen im Schnitt nur sechs Prozent. Insgesamt belegte Deutschland den siebten Rang. An der Spitze lagen Australien mit 22 Prozent und Großbritannien mit 17 Prozent.

Rund 180 000 Studierende aus dem Ausland besuchten 2009 deutsche Hochschulen. Innerhalb Deutschlands gab es erhebliche Unterschiede. Den höchsten Anteil an ausländischen Studenten verzeichnete das an Frankreich grenzende Saarland mit 18 Prozent. Danach folgten Berlin und Bremen mit jeweils 13 Prozent. Die niedrigsten Quoten verzeichneten Thüringen mit sechs Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit fünf Prozent. Den höchsten Wert im Osten erzielte Brandenburg mit zehn Prozent ausländischer Studierender. Die deutschen Hochschulen zogen besonders viele Studierende aus China an. Sie hatten mit einem Anteil von zwölf Prozent den Spitzenplatz in der Gruppe internationaler Studierender. Chinesen studierten vor allem in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Sachsen. Russland, Polen und Bulgarien kamen jeweils auf einen Anteil von fünf Prozent unter den ausländischen Studenten.

Die soziale Lage der Studierenden aus dem Ausland unterscheidet sich oft deutlich von der deutscher Studenten. Sie kommen überwiegend aus Ländern mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen als Deutschland; ihre wichtigsten Finanzierungsquellen seien Jobben, Unterstützung der Eltern und Stipendien, erklärte das Deutsche Studentenwerk (DSW) am Mittwoch. Das gehe aus der 19. Sozialerhebung des DSW hervor. Im Schnitt leben Studierende aus dem Ausland monatlich von 725 Euro, während deutschen Studierenden 812 Euro zur Verfügung stehen. 41 Prozent leben im Studentenwohnheim. Als größte Probleme beim Studium in Deutschland nennen Ausländer die Orientierung im deutschen Studiensystem, die Finanzierung des Studiums und den mangelnden Kontakt mit deutschen Kommilitonen, hieß es.AFP/-ry

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben