Wissen : Die Schweiz führt NC für Deutsche ein

Schweizer Universitäten führen erstmals eine flächendeckende Zulassungsbeschränkung für Studenten aus Deutschland ein. Über einen entsprechenden Beschluss der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten berichteten jetzt Schweizer Zeitungen. Deutsche würden als Studienanfänger nur noch dann zugelassen, wenn sie im Abitur den Notendurchschnitt 2 oder 2,5 erreichen oder wenn sie einen Studienplatz in Deutschland nachweisen können. Das bestätigte der Generalsekretär der Rektorenkonferenz, Mathias Stauffacher.

Hintergrund ist der Zustrom aus Deutschland in die Schweiz. Dort studieren derzeit über 10 000 Deutsche an Universitäten. Bislang war es für Deutsche deutlich einfacher, in der Schweiz einen Studienplatz zu bekommen als in der Heimat, weil es hier für viele Fächer einen Numerus clausus gibt. Außerdem drängen doppelte Abitur-Jahrgänge, derzeit aus Bayern und Niedersachsen, an die Unis. Die Aussetzung der Wehrpflicht führt zu einer weiteren Welle.

Die Universität Zürich meldet bereits rund 20 Prozent mehr Anmeldungen aus Deutschland als im Vorjahr. Wie berichtet, planen diverse Universitäten gerade der deutschsprachigen Schweiz als Abwehrmaßnahme zudem drastische Erhöhungen der Studiengebühren für ausländische Studierende im Bachelor-Bereich. So kostet das Studium an der Uni Zürich ab dem kommenden Wintersemester umgerechnet 990 Euro statt bisher 650 Euro. Mehrfach haben sich die schweizerischen Unis beklagt, sie wollten nicht die Grundausbildung für Nachbarländer übernehmen. dpa/tiw

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