Wissen : Die Spur der Steine

Die TU will sich als moderne Hauptstadtuniversität präsentieren und entdeckt historische Schätze neu

Patricia Pätzold

Die TU Berlin arbeitet nicht nur an einer neuen Struktur, sondern will sich in den nächsten Jahren durch umfangreiche Baumaßnahmen auch ein neues Gesicht geben. Bis 2020 soll die Universität einmal runderneuert werden, so ist es geplant. Ziel ist es, Gebäude und Flächen der Universität zu konzentrieren.

Herzstück der Baumaßnahmen ist das TU-Hauptgebäude. Hinter der Umgestaltung stehen aber nicht nur architektonische Pläne. Die Universität will neue Räumlichkeiten für die Wissenschaftler schaffen und ihren Service für die Studierenden neu ordnen.

Beim Umbau der TU Berlin geht es aber nicht nur um Schönheit und historische Wurzeln, sondern auch um handfeste wirtschaftliche Belange. „Bereits seit einigen Jahren arbeiten wir daran, unsere Aktivitäten auf dem Campus Charlottenburg zu konzentrieren. Das ist auch eine Kostenfrage“, erklärt Bauabteilungsleiter Hans-Joachim Rieseberg. „Viele Gebäude sind inzwischen abgemietet, bei anderen läuft der Mietvertrag länger. Natürlich entsteht daraus ein großer Bedarf, auf dem Hauptcampus auf- und umzubauen.“

An der Erweiterung und dem historischen Umbau plant Rieseberg bereits seit Jahren. Vom Abriss oder Verkauf des Willy-Kreuer-Baues für Bergbau und Hüttenwesen direkt am Ernst-Reuter-Platz hat die TU Abstand genommen. Der 50er-Jahre-Bau wird derzeit saniert. Der erste Schritt, das repräsentative Ambiente des Hauptgebäudes wieder herzustellen, war 2004 die Restaurierung des historischen Lichthofes. Die Erneuerung der Sandsteinfassade ist noch im Gang.

Im Sommer 2006 konnte die Hochschule endlich den zweiten Schritt gehen. Ein riesiger Kran auf dem Parkplatz vor dem Hauptgebäude zeugt seit August davon. Hinter dem TU-Hauptgebäude verstecken sich der zweite Haupttrakt und mehrere Quertrakte eines klassischen Monumentalbaus, die von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont wurden.

Auf dem alten Haupttrakt der ehemaligen Königlichen Technischen Hochschule entsteht nun ein vierstöckiger Aufbau, der weitere 2000 Quadratmeter Platz schafft.

Zunächst wird der Eingangsbereich auf der Südseite nach historischem Vorbild neu gestaltet – als repräsentatives Entrée mit Säulengängen. Viele der alten Säulen sind noch vorhanden, eingemauert in Trennwänden, die in den 1960er Jahren gezogen wurden.

Die besten Räumlichkeiten dort werden zu einem Servicezentrum für die Studierenden mit hellen großen Büros umgebaut. Die Neugestaltung der umgebenden Park- und Grünanlagen ergänzt das Konzept.

Außerdem will sich die TU Berlin noch stärker als moderne Universität präsentieren. Diesen Eindruck soll künftig insbesondere der vordere Teil des Hauptgebäudes vermitteln. Einige Trennwände werden entfernt, um Tageslicht in dunkle Flure zu bringen. Das Foyer wird gänzlich neu gestaltet. Licht, frische Farben und Raumgefühl sollen die Technische Universität als moderne Stätte für Forschung, Lehre und Weiterbildung ausweisen.

Im Ostflügel wird man künftig auf ein Kongress- und Pressezentrum stoßen. Im angrenzenden Hof entsteht eine einladende Cafeteria. Dort kann man dann auch unter freiem Himmel seinen Latte Macchiato genießen.

Ein besonders wichtiger Bau wird ab Frühling 2007 auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Angriff genommen: das lange gewünschte und geplante Forschungszentrum für Maschinenbau und Informatik (FMI). Es wird an die alte Halle für Wasserbau und Wasserwirtschaft auf dem Nordcampus gebaut. Zu den bestehenden Gebäudeteilen bleiben Zu- und Durchgänge erhalten. Die Bauzeit hierfür ist auf vier Jahre veranschlagt.

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