Wissen : Die Sterne lehren Gelassenheit

Wenn man nachts in den Himmel zur Andromeda-Galaxie blickt, macht man eine Zeitreise von zwei Millionen Jahren: Damals sah sie so aus, wie wir sie nun sehen. Hat man wie ich als Astrophysiker täglich mit solchen Dimensionen zu tun, sind Gelassenheit und Optimismus die natürliche Folge. Ich bin gewohnt, die Erde von außen zu betrachten. Von dort aus sind Dinge, die uns weltbewegend erscheinen, nur kleine Schwankungen. 2007 hat sich die Erde einmal um die Sonne gedreht, 2008 wird sie es wieder tun, wie etwa viereinhalb Milliarden Male zuvor. Mein Ziel ist es, herauszufinden, ob es irgendwo im All organisches Leben gibt. Dass Genfer Kollegen 2007 einen bewohnbaren Planeten, die „Supererde“ von Gliese 581, entdeckt haben, ist nur der Anfang. Vielleicht werden wir bald Ozon um einen Planeten herum nachweisen, ein Hinweis auf Leben. Und was Leben auf der Erde angeht: Wir Menschen existieren schon 350 000 Jahre. Ich bin sicher, uns bleibt noch viel Zeit.

Klaus Strassmeier, 48, ist Direktor am Astrophysikalischen Institut Potsdam und erforscht kosmische Magnetfelder.

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