Wissen : „Die Türen weit auf“

Streitbare Imma-Feier an der Humboldt-Universität.

In einem kleinen Schlagabtausch zwischen dem Präsidenten und einer Studierendenvertreterin gipfelte am Montagnachmittag die zentrale Immatrikulationsfeier an der Humboldt-Universität. Imke Brümmer vom ReferentInnenrat, der Studierendenvertretung der HU, bezichtigte die Univerwaltung und -leitung wiederholt der Lüge, wenn es etwa um Regelstudienzeiten und Studienverlaufspläne gehe. „Unterwerft euch nicht der Macht und Willkür der Zuständigen“, rief Brümmer den Studienanfängern zu. „Lasst uns gemeinsam für eine Universität von morgen kämpfen.“ Dafür bekam die Aktivistin den mit Abstand stärksten Applaus im vollbesetzten Audimax.

HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz nahm es mit Humor: „Da kommt ja einiges auf Sie zu, Sie werden belogen und betrogen.“ Zuvor hatte er angekündigt, wegen der vielen zusätzlichen Studierenden, die zum Wintersemester aufgenommen wurden, könne es zum Studienbeginn zu „Reibereien“ im Ablauf kommen. „Die HU wollte die Türen möglichst weit aufmachen“, erklärte Olbertz.

Festredner Jürgen Zöllner, bis 2011 Berliner Wissenschaftssenator, hatte das beherrschende Thema der Immatrikulationsfeier intoniert: „Anspruch und Wirklichkeit“. Studierende hätten zu Recht hohe Erwartungen an ihre Universität, an die Qualität der Lehre – und an die Freiheiten, die ein Studium bieten soll. Doch vor allem sollten die Studierenden „Selbstverantwortung für ihr Studium übernehmen“. „Seien Sie hungrig, fragen Sie Professoren und Assistenten. Sie müssen es selber wollen und Sie müssen es selber tun – und Sie werden Bildung haben“, sagte Zöllner. -ry

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