Wissen : Die Wege der Elemente

Periodensystem künftig ohne klare Massenangabe

Eine kleine Revolution steht der Welt der Chemie bevor. An mehreren Plätzen im Periodensystem der Elemente soll die Masse künftig nicht mehr als Durchschnittswert angegeben werden, sondern als Intervall. Die Internationale Union für reine und angewandte Chemie will damit verdeutlichen, dass der Mix unterschiedlich schwerer Atome eines Elements je nach seiner Vorgeschichte variieren kann. Betroffen von der Neuerung sind Wasserstoff, Lithium, Bor, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Silizium, Schwefel, Chlor und Thallium.

Im Periodensystem sind die Massen der Elemente in einer Einheit angegeben, die ungefähr der Masse eines Kernbausteins entspricht. Die Werte sind aber nur selten glatte Zahlen. Der Grund ist, dass viele Atome in verschiedenen Varianten – Isotopen – vorkommen. Der Wert im Periodensystem ist der Mittelwert der jeweiligen Massen, gewichtet nach der Häufigkeit der Isotope.

Allerdings kann auch die Häufigkeit der einzelnen Isotope variieren. Beispielsweise bevorzugen einige Pflanzen bei der Photosynthese den schweren Kohlenstoff-13, und Regenwasser kann je nach der Lufttemperatur und dem Weg der Wolken unterschiedlich viel schweren Sauerstoff-18 enthalten. Dem sollen die jetzt vorgestellten Intervallangaben Rechnung tragen. JKM

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