Wissen : Die Zukunft unserer Stadt

Die TU ist eine der wichtigsten Ideenschmieden Berlins

Kurt Kutzler

Das vom Berliner Senat 1999 beschlossene „Innovations- und Technologiekonzept Berlin“ zeigt: Innovative Produkte und Dienstleistungen sind für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Berlin unerlässlich. Diese sollen – angesichts des bestehenden nationalen und internationalen Wettbewerbs und der begrenzten Berliner Ressourcen – vorrangig in ausgewählten Innovations- und Technologiefeldern entstehen.

Dazu zählt der Senat insbesondere die Medizin-, Bio- und Verkehrstechnologie, die Medien-, Informations- und Kommunikationstechnologie, die Umwelt- und Energietechnologie sowie die Fertigungs- und Bautechnologie. Einen weiteren Schwerpunkt sieht er in wichtigen Querschnittstechnologie-Feldern wie der Materialwissenschaft, der Mikro- und Mikrosystemtechnik, der Optoelektronik und der Fotonik.

Auf all diesen Feldern sind Institute der Technischen Universität Berlin erfolgreich tätig, im Regelfall in enger Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und globalen sowie lokalen Unternehmen. Die Kooperationserfolge lassen sich dabei zum einen durch die eingeworbenen Drittmittel dokumentieren. 2002 betrugen sie mehr als 70 Millionen Euro. Damit konnten wir Arbeitsplätze für mehr als 1000 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie für weiteres Personal finanzieren. Zum anderen belegt die beachtliche Anzahl von Stiftungsprofessuren, die im wesentlichen von außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder Unternehmen finanziert werden, dass die TU ein kompetenter und attraktiver Partner bei der Suche nach innovativen Lösungen für technologische Aufgabenstellungen ist.

5100 Arbeitsplätze

Die Forschungsergebnisse werden nicht nur im akademischen Bereich verwertet, sondern auch in den zahlreichen Ausgründungen. Rund 40 Prozent dieser von ehemaligen TU-Mitgliedern gegründeten Start ups erwirtschafteten im Jahr 2001 mit zirka 6 700 Beschäftigten ungefähr 820 Millionen Euro Umsatz. Dies ist nahezu das Dreifache des Zuschusses, den die TU vom Land Berlin erhält. Hinzu kommt, dass unsere Alumni-Unternehmen allein für Berlin mehr als 5 100 Stellen geschaffen haben. Schon aufgrund dieser Leistungsbilanz, die sich in Arbeitsplätzen, Steueraufkommen und Innovationsimpulsen nachweisen lässt, ist die TU – auch durch ihre Größe – die wichtigste Ideenschmiede und Zukunftswerkstatt des Wirtschaftsstandortes und damit eine der tragenden Säulen der regionalen Innovations- und Technologiepolitik.

Unsere Forschungsergebnisse fließen zudem unmittelbar in die Bildung und Ausbildung der Studierenden ein. Insbesondere in den Ingenieurwissenschaften, die im Vergleich mit den vier Berliner Universitäten nur von der TU angeboten werden, haben unsere Absolventinnen und Absolventen aufgrund ihrer forschungsbasierten Qualifizierung und der stetig wachsenden „Ingenieurlücke“ derzeit und künftig wieder beste Berufsaussichten. Die TU muss daher großen Wert darauf legen, dass ihre Leistungen in Forschung und Lehre zugunsten einer Stärkung der regionalen und nationalen Innovationskraft angemessene Wertschätzung finden – besonders im Rahmen der bevorstehenden Verhandlungen über die Kürzung der Hochschulbudgets.

Prof. Dr. Kurt Kutzler ist Mathematiker und Präsident der Technischen Universität Berlin.

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