DIE FU WÄHLT IHR STUPA : Schluss mit Revolution!

Nur ein kleiner Teil der Studierenden der Freien Universität Berlin beteiligt sich an den Stupa-Wahlen. Dabei ist das Stupa wichtig, wie ein Abgeordneter der Jusos sagt

Florian Schmidt

Wer dieser Tage durch Dahlem läuft, findet sich in einem Schilderwald wieder. Festgetackert an Bäumen oder montiert an Laternenpfählen säumen Dutzende Plakate die Straßen rund um die Freie Universität. „Anwesenheitspflicht? Nein danke!“ verkündet eins, „Schluss mit Revolution!“ ein anderes. Vom heutigen Dienstag bis Donnerstag steht die Wahl des Studierendenparlaments (Stupa) an. 38 Listen ringen derzeit um die Gunst der rund 35 000 FU-Studenten. Manche Gruppen wollen sich für mehr Fahrradständer auf dem Campus einsetzen, andere für „Saufen und stressfreies Studieren“. 60 Abgeordnete werden ins Parlament einziehen. Dort wählen sie den Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) für das kommende Jahr. Der Asta, die höchste Studentenvertretung der Uni, bestimmt über die Verteilung von mehr als einer halben Million Euro pro Jahr; Geld, das aus den Semesterbeiträgen der Studenten stammt. Die Summe ist enorm, das Interesse an der Stupa-Wahl dennoch gering. Lediglich 8,31 Prozent der FU-Studenten gaben 2014 ihre Stimme ab.

Tatsächlich spielt sich die große Uni-Politik im Akademischen Senat ab, in dem die Professoren die Mehrheit haben und das Präsidium oft unterstützen. „Trotzdem ist das Stupa wichtig“, sagt Marten Brehmer, vergangenes Jahr Abgeordneter für die Jusos. „Nur hier können wir studentische Themen diskutieren und Widerstand gegen die neoliberale Politik des Präsidiums leisten.“ Erwartet wird, dass der Asta auch nach der Wahl links bleibt.

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