Dieter Lenzen : Verständnisvoller Brief an Studierende in Hamburg

In einem offenen Brief an die Studierenden der Universität Hamburg geht der gewählte Unipräsident Dieter Lenzen auf etliche studentische Forderungen im „Bildungsstreik“ ein.

Eine Reform des Bologna-Prozesses sei „dringend überfällig“, schreibt Lenzen. Das Lernen als autonomer Vorgang dürfe „nicht durch Überregulierung und Bürokratismus behindert“, „Anwesenheit nicht unpädagogisch erzwungen und kleinlich kontrolliert werden“. Arbeitsbelastung und Leistungspunkte im Bachelor müssten „realistisch berechnet“ werden. Lenzen äußert sich auch kritisch über Studiengebühren; das Studium dürfe nicht durch Geldforderungen erschwert werden. Zum Hamburger Modell, nach dem Gebühren von 375 Euro monatlich einkommensabhängig nach dem Abschluss gezahlt werden können, nimmt Lenzen aber nicht Stellung.

Der amtierende Präsident der Freien Universität Berlin wurde von Studierenden in Berlin und Hamburg für seine Exzellenzstrategie an der FU massiv kritisiert. Jetzt betont Lenzen, der die Wahl in Hamburg offiziell noch nicht angenommen hat, „Exzellenzstreben darf auf keinen Fall Vorrang vor dem Anspruch aller auf gute Lern- und Arbeitsbedingungen haben“. -ry

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