Digitale Pioniere (6): Linus Torvalds : Freie Liebe, freie Software

Der Finne Linus Torvalds hat mit dem freien Betriebssystem Linux Großunternehmen wie Microsoft, IBM und Apple in Bedrängnis gebracht.

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Der Finne Linus Torvalds hat 1991 den Startschuss für das freie Betriebssystem Linux gegeben.
Der Finne Linus Torvalds hat 1991 den Startschuss für das freie Betriebssystem Linux gegeben.Foto: picture alliance / dpa

Aller Ehren wert

Der Finne Linus Torvalds liebt flotte Sprüche. „Software ist wie Sex – wenn sie frei ist, macht sie mehr Spaß“, sagte der Mann, der als 22-Jähriger das freie Betriebssystem Linux erfand und damit Großunternehmen wie Microsoft, IBM und Apple herausforderte.

Zur Person

Ein Computer-Nerd war Linus Torvalds (geboren 1969 in Helsinki) schon früh. Ersten Kontakt mit Bits und Bytes hatte er als Elfjähriger, 1980 keine Selbstverständlichkeit. Als 18-Jähriger verbesserte er das fehlerhafte Betriebssystem eines Heimcomputers. An der Uni lernte er Unix kennen, ein Betriebssystem für Großrechner. Ein so stabiles und flexibles System wollte er auch für PCs entwickeln. Und weil einer allein das kaum schaffen kann, startete er 1991 über das Internet einen Aufruf an Gleichgesinnte. Linux, dessen Name sich aus Linus und Unix zusammensetzt, war geboren und wurde zur ernsthaften Alternative zu etablierten Systemen wie Windows.

Große Firmen erkannten das Potenzial, IBM investierte eine Milliarde Dollar in die Entwicklung von Linux-Produkten. Im Umfeld von Linux entstanden Firmen wie Suse oder Red Hat und VA Linux, die rund um das kostenfreie System kostenpflichtige Distributionen erstellten. An den Börsengängen zweier Linux-Firmen verdiente Torvalds mit, auch wenn sich sein Vermögen nicht mit denen von Bill Gates oder Steve Jobs vergleichen lässt. Auf dem PC ist das ehemalige Nerdsystem Linux trotz zunehmender Nutzerfreundlichkeit ein Nischenprodukt geblieben, während es als Serversystem im Firmeneinsatz bedeutende Marktanteile erreichte.

Linus Torvalds zog es mit Frau und drei Kindern 1997 zunächst ins Silicon Valley. Inzwischen lebt er in der Nähe von Portland und arbeitet in der Linux-Foundation an der Weiterentwicklung des freien Betriebssystems.

Gut zu wissen

Linux ist verbreiteter, als die meisten auch nur ahnen. Es ist die Basis des Smartphone-Betriebssystems Android. Vier von fünf Internet-Handys werden damit betrieben. 2014 wurde die Marke von einer Milliarde Android-Smartphones überschritten.

Vor 75 Jahren stellte Konrad Zuse den ersten funktionsfähigen Computer Z3 in Berlin vor. Aus diesen Anlass blicken das Zuse-Institut Berlin und der Tagesspiegel am 11. Mai auf einer internationalen Konferenz in die digitale Zukunft: „The Digital Future – 75 Years Zuse Z3 and the Digital Revolution.“  75 Folgen über die wichtigsten Wegbereiter des digitalen Zeitalters zeigen, was bisher geschah. Mehr zur Veranstaltung: www.science-match.info

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