Digitale Pioniere (67): Anil K. Jain : Biologie als Schlüssel

Fingerabdruck statt Passwort: Anil K. Jain hat die biometrische Erkennung maßgeblich vorangebracht - und warnt regelmäßig vor den Gefahren.

Jan Rähm
Anil K. Jain
Anil K. JainFoto: Universidade Federal Uberlandia

Aller Ehren wert


Per Fingerabdruck an Handy oder Computer anmelden? Bezahlen mit einem Fingerwisch? Die Tür öffnen nur mit dem eigenen Lächeln? Wer sich so gegenüber seiner Technik ausweist, der verwendet Erkenntnisse des Biometrie-Pioniers Anil K. Jain.

Zur Person

Für seine umfangreichen Beiträge zur Mustererkennung von Computern und zu Verfahren der biometrischen Erkennung ist der 1948 in Indien geborene Anil Kumar Jain in der Fachwelt weithin bekannt. Seinen Bachelor absolvierte er 1969 am Indian Institute of Technology in Kanpur. Für seinen Master 1970 wechselte er nach Ohio in den USA. Nur drei Jahre später folgte die Promotion. Geradlinig über die nächsten knapp zehn Jahre arbeitete Jain auf eine volle Professur hin. Die hält er seit 1982 an der Michigan State University.

Gut zu wissen

Jain erforscht nicht nur die Möglichkeiten, den Körper als Sicherheitsmerkmal zu nutzen. Auch auf Grenzen und Gefahren der Biometrie weist der Wissenschaftler regelmäßig hin. Erst jüngst bewies er, wie einfach die Fingerabdrucksensoren aktueller Smartphones zu überlisten seien. Ihm genügten dafür eine hochauflösende Kamera und ein Drucker mit Spezialtinte. Mit diesen bescheidenen Mitteln überlistete Jain erfolgreich ein Telefon.

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