Digitale Pioniere (8): Steve Jobs : Der Ästhet

Mit seinen elektronischen Produkten ist Apple oft am Puls der Zeit - oder gibt ihn gleich selbst vor. Die Erfolgsgeschichte ist ohne Steve Jobs nicht vorstellbar.

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Steve Jobs
Steve JobsFoto: AFP

Aller Ehren wert

Als Entwickler von Mac, iPod und iPhone revolutionierte Steve Jobs nicht nur die Computerindustrie, sondern auch die Musik- und Kommunikationsbranche.

Zur Person

Ein besonders angenehmer Mensch war Steve Jobs (1955–2011) wohl nicht. Weggefährten beschreiben ihn als getrieben, übermäßig ehrgeizig, als einen, der in Extremen dachte. Als Familienvater fand er sich selbst nicht präsent genug. In der einzigen von ihm autorisierten Biografie sagte er Walter Isaacson, er bereue, seine Kinder zu oft vernachlässigt zu haben. Als Unternehmer galt er als Despot. Einem Journalisten, der ihn mit seiner schwierigen Persönlichkeit konfrontierte, antwortete er: „Sie haben also herausgefunden, dass ich ein Arschloch bin. Und ist das etwas Neues?“

Neu war das, was Jobs 1984 machte: Der Macintosh, kurz Mac, war der erste Computer, der mit einer grafischen Benutzeroberfläche – Symbole statt Befehlszeilen – zum Verkaufsschlager wurde. Bedient wurde er über eine Maus, auch das war zum damaligen Zeitpunkt eine Neuheit. Die Firma Apple, die Jobs 1976 mit seinen Kumpeln Steve Wozniak und Ronald Wayne in der legendären Garage seines Elternhauses gründete, war bereits recht erfolgreich. So hatte sich der 1977 vorgestellte Apple II gut verkauft.

Viele Jahre später rettete Jobs Streben, Dinge für Menschen zu entwickeln, von denen sie noch nicht wussten, dass sie sie brauchen, dem Unternehmen die Existenz: Ende der 1990er Jahre kehrte er zu Apple zurück, das er 1985 im Streit verlassen hatte. Mit dem Computer iMac, dem Musikspieler iPod und dem Handy iPhone fand das Unternehmen in die Erfolgsspur zurück. Jobs selbst hatte diese nie richtig verlassen: Zwar wurde seine Computerfirma Next nicht annähernd so bekannt wie Apple. Dafür baute Jobs ab 1986 und für ein paar Millionen Dollar das Trickfilmstudio Pixar auf. Nach Erfolgen wie „Toy Story“ oder „Findet Nemo“ stieg 2006 Disney dort ein. Für mehr als sieben Milliarden Dollar.

Gut zu wissen

Jobs ästhetisches Empfinden nahm teilweise bizarre Züge an. So weigerte er sich 2009 auf dem Krankenbett, eine Atemmaske anzulegen: Er hasse das Design, sagte er den Ärzten. Und verlangte eine Auswahl verschiedener Modelle.

Vor 75 Jahren stellte Konrad Zuse den ersten funktionsfähigen Computer Z3 in Berlin vor. Aus diesem Anlass blicken das Zuse-Institut Berlin und der Tagesspiegel am 11. Mai auf einer internationalen Konferenz in die digitale Zukunft: „The Digital Future – 75 Years Zuse Z3 and the Digital Revolution“. 75 Folgen über die wichtigsten Wegbereiter des digitalen Zeitalters zeigen, was bisher geschah. Mehr zur Veranstaltung: www.science-match.info

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