Wissen : Doktortitel zu Recht aberkannt

Manipuliert ein Wissenschaftler seine Forschungsergebnisse, kann ihm der rechtmäßig erworbene Doktortitel wegen unwürdigen Verhaltens aberkannt werden. Dies entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag im Fall des Physikers Jan Hendrick Schön. Ihm war der Titel von der Universität Konstanz 2004 entzogen worden, nachdem in 25 seiner Aufsätze zu angeblich bahnbrechenden Experimenten manipulierte Daten festgestellt worden waren. Schön hatte an Halbleitern aus Kunststoff geforscht, namhafte Wissenschaftspreise erhalten und war bereits als Nobelpreiskandidat gehandelt worden. 2002 kamen die Fälschungen ans Tageslicht. (Az: 6 C 9.12)

Das Gericht bestätigte Vorschriften des baden-württembergischen Hochschulrechts, wonach ein Hochschulgrad „entzogen werden kann, wenn sich der Inhaber durch sein späteres Verhalten der Führung des Grades als unwürdig erwiesen hat“. Dem Urteil zufolge erweist ein Titelinhaber sich dann als unwürdig, wenn er „den mit der Verleihung begründeten Vertrauensvorschuss im Hinblick auf ein wissenschaftskonformes Arbeiten durch gravierende Verstöße gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis enttäuscht hat“. Zu gravierenden Verstößen gehören demnach vor allem das „Erfinden, Fälschen oder Manipulieren von Forschungsergebnissen“. AFP/Tsp

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