Wissen : Drei Chinesen mit dem Weltraumschiff Erstmals Ausstieg aus der Kapsel geplant

Joachim Mahrholdt
231548_3_xio-image-48da7d0092cc3.heprodimagesgrafics8191200701133019324.jpg

Der Abstand zu den Raumfahrtnationen USA und Russland wird immer kürzer. Am heutigen Donnerstag will China zum dritten Mal ein bemanntes Raumschiff ins Weltall schicken. Der Start soll zwischen 15 und 16 Uhr 30 hiesiger Zeit vom Jiuquan Spacecenter im Nordwesten der Provinz Gansu erfolgen. Im Gegensatz zu den vorherigen Flügen sind nun gleich drei Raumfahrer an Bord – und einer von ihnen soll erstmals die schützende Kapsel verlassen und einen Weltraumspaziergang absolvieren.

Erst fünf Jahre ist es her, dass Yang Liwei als erster Chinese in einer Shenzhou (Göttliches Schiff) genannten Kapsel die Erde umrundete. Im Oktober 2005 folgte das zweite Raumschiff, das mit zwei Taikonauten besetzt war. Jetzt schickt China gleich drei Mann ins All. Sie werden in einer Kapsel namens Shenzhou 7 sitzen, die auf das russische Vorbild vom bewährten Typ Sojus zurückgeht.

Der Ausstieg eines Raumfahrers ist eine zusätzliche Herausforderung. Sein Name steht nach chinesischen Quellen bereits fest: Es soll der 42-jährige Kampfpilot Zhai Zhigang sein, der vor drei Jahren in der Ersatzmannschaft für den damaligen Flug war. Sein knapp einstündiger Außeneinsatz in 340 Kilometern Höhe ist der zentrale Teil der dreitägigen Mission. Bleibt zu hoffen, dass ihm die Erfahrung des allerersten Weltraumspaziergängers, des Russen Alexej Leonow, erspart bleibt. Dessen Anzug hatte sich außerhalb der Kapsel so aufgebläht, dass er fast nicht mehr hätte einsteigen können.

Sollte die Mission gelingen, dürfte sie das Prestige des asiatischen Landes enorm erhöhen. Nicht umsonst startet der Flug kurz vor dem Nationalfeiertag am 1. Oktober. Mittelfristig wollen die Ingenieure eine eigene kleine Raumstation entwickeln. Doch zuerst soll in zwei Jahren soll mit den Shenzhou-Raumschiffen 8 und 9 eine Doppelmission geflogen werden, wobei auch Andockmanöver geplant sind. Langfristig hat Peking aber besonders den Mond ins Visier genommen. Vor einem Jahr wurde bereits eine Sonde dorthin geschickt. Das nächste Projekt ist eine weiche, wenngleich auch unbemannte Landung. Bis 2015 soll es so weit sein.Joachim Mahrholdt

0 Kommentare

Neuester Kommentar