• Drei Forscher teilen sich den Physik-Nobelpreis: „Allein durch die Wüste“ – und am Ende der Triumph

Drei Forscher teilen sich den Physik-Nobelpreis : „Allein durch die Wüste“ – und am Ende der Triumph

Mit dem Physik-Nobelpreis 2014 wird nicht der geniale Geistesblitz eines Grundlagenforschers ausgezeichnet, sondern die mühevolle Erfinderarbeit von drei Tüftlern.

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Trotz tausender Experimente in einem Zeitraum von fast 30 Jahren gaben Isamu Akasaki (85), Hiroshi Amano (54) und Shuji Nakamura (60) nie auf, bis sie 1992 die erste blau leuchtende Diode präsentieren konnten und damit eine neue Ära für die Beleuchtungsindustrie einläuteten.

Isamu Akasaki
Isamu AkasakiFoto: AFP

Obwohl das Prinzip der Leuchtdiode bereits seit 1907 bekannt ist und in den 1950er Jahren rote und später auch grün leuchtende Dioden entwickelt wurden, wollte es nicht gelingen, blau schimmernde herzustellen. Die dafür nötigen Kristalle aus Galliumnitrid konnten nicht gezüchtet werden. Isamu Akasaki von der Universität Nagoya widmete sich dem Problem Anfang der 1970er Jahre – zu einem Zeitpunkt als viele die Blaudioden bereits als unmöglich abgeschrieben hatten.

Hiroshi Amano
Hiroshi AmanoFoto: AFP

Er habe sich gefühlt, als „laufe er allein durch die Wüste“. 1982 schloss sich ihm immerhin der Student Hiroshi Amano, inzwischen Professor an der Mejio-Universität in Nagoya, an. Gemeinsam verbesserten sie im Laufe der Jahre die „Züchtung“ von Galliumnitrid-Kristallen.

Der Elektroingenieur Shuji Nakamura beschäftigte sich seit 1989 in der Forschungsabteilung der japanischen Firma Nichia Chemical Industries mit der Entwicklung von Blaulichtdioden. Er entdeckte, dass sich die Lichtausbeute verbessern lässt, wenn die Galliumnitrid-Kristalle bei der Herstellung erwärmt werden.

Shuji Nakamura
Shuji NakamuraFoto: AFP

2000 wechselte Nakamura in die USA ans Institut für Materialforschung der Universität von Kalifornien in Santa Barbara – und verklagte seinen früheren Arbeitgeber Nichia auf Zahlung einer angemessenen Summe für das Patent auf Galliumnitrid-LED. Anstelle der 150 Euro, die ihm die Firma gezahlt hatte, bekam der Forscher am Ende 6 Millionen Euro, die höchste je gezahlte Patentprämie in Japan.

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