Drogen : Zu Abizeiten schwimmt mehr Ecstasy im Abwasser

Wohl und Wehe einer Stadt lassen sich auch am Abwasser ablesen, das ihre Einwohner produzieren. Das zeigen Untersuchungen in einer Osloer Kläranlage.

Norwegische Forscher haben am Beispiel Oslos ermittelt, dass feierfreudige Schulabgänger die Konzentration der Partydroge Ecstasy im Abwasser emporschnellen lassen. Bei starkem Pollenflug fließen dagegen vermehrt Antiallergika durch die Kanalisation.

Anhand solcher Information lasse sich beispielsweise der Erfolg von Maßnahmen gegen den Drogenkonsum einschätzen, schreiben Chemiker um Kevin Thomas im Fachblatt „Environmental Science and Technology“. Sie analysierten den Inhalt von Sammelvorrichtungen, die sie für je zwei Wochen in einer Osloer Kläranlage im Abwasserstrom installiert hatten. Die Sammler bestehen aus Polymermembranen, zwischen denen sich ein Absorbermaterial befindet. Tritt Wasser durch die Membranen, werden darin gelöste organische Verbindungen von dem Absorber aufgenommen. Diese lassen sich nach einiger Zeit in konzentrierter Form extrahieren und untersuchen.

Anhand dieses Systems konnten die Forscher verfolgen, wie die Konzentrationen von elf Wirkstoffen beziehungsweise deren Abbauprodukten im Lauf eines Jahres schwankten. So stieg der Wert für das Amphetamin MDMA während der Feiern zum Schulabschluss kurzzeitig auf das Zehnfache des Ausgangswerts. Im Falle des Kokains zeigten sich dagegen mehrere Konsumspitzen im Jahr mit rechnerischen Werten von fast drei Gramm pro 1000 Einwohner und Tag. (JKM)

0 Kommentare

Neuester Kommentar