Wissen : Durchbruch in der Tumortherapie

Im Rummel um die Menge an Publikationen bei Wissenschaftlern geht manchmal verloren, worum es in der Wissenschaft eigentlich geht – darum, Voraussagen zu machen, die relevant für die Gesellschaft sind.

Diesem Ziel sind wir bedeutend näher gekommen: Durch die Genomforschung und die neuen Methoden der DNS-Sequenzierung haben wir massive Fortschritte in der Modellierung von Krankheitsprozessen gemacht. Inzwischen können wir einen Tumor weitestgehend charakterisieren. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird es möglich sein, in jedem Einzelfall eine genaue Prognose darüber zu treffen, wie eine Behandlung anschlagen wird. Ich gehe davon aus, dass wir dazu im Jahr 2008 erste Tests machen können. Zurzeit werden Medikamente nach einem Näherungswert verschrieben – eine bestimmte Milligramm-Anzahl für jedes Kilogramm Körpergewicht. Das werden wir bald viel besser machen können.

Hans Lehrach, 61, ist Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin. Er ist maßgeblich an der Entschlüsselung des Erbguts beteiligt.

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