EICHENMISTEL : Gen Norden

Vermutlich reichte der Zaubertrank wirklich nur für ein einziges Dorf, den der Druide Miraculix in den Asterix-Comics aus Eichenmisteln braute. Denn die in Mittel- und Westeuropa beheimateten Misteln zapfen nur ganz selten Eichen an. Anders die Art Loranthus europaeus im Südosten Europas: Sie akzeptiert außer Eichen nur Edelkastanien als Wirtsbäume und braucht ein Klima mit warmen Sommern und milden Wintern. Solche Bedingungen bringt der Klimawandel aber zunehmend auch in andere Regionen Europas und die auch Eichenriemenblume genannte Mistel breitet sich nach Nordwesten hin aus. Ungarn, Österreich und Tschechien hat die Eichenmistel bereits erreicht. In Deutschland wachsen rund 25 Exemplare im Elbtal in der Nähe des sächsischen Pirna. Mit dem Klimawandel dürfte sich Loranthus europaeus entlang der Täler von Donau und Elbe weiter ausbreiten. Für Miraculix kommt diese Invasion allerdings 2000 Jahre zu spät. Und auch als Weihnachtsschmuck taugt die Eichenriemenblume wenig: Anders als die heimischen Misteln wirft Loranthus europaeus im Herbst die Blätter ab. RHK

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