• Ein eisfreier siebenter Kontinent ist möglich: Antarktis-Eis ist mitnichten „ewig“

Ein eisfreier siebenter Kontinent ist möglich : Antarktis-Eis ist mitnichten „ewig“

Das Eis der Antarktis könnte komplett abschmelzen, wenn der Mensch alle verfügbaren fossilen Brennstoffe verbrennt, warnen Potsdamer Klimaforscher.

Ein Forschungsschiff setzt Messgeräte auf dem Schelfeis der Antarktischen Halbinsel ab.
Kommen künftige Generationen ohne Eisbrecher zur Antarktis? Wenn alle fossilen Brennstoffe verbrannt werden, dann könnte der...Foto: Jonathan Bamber/Science

Wenn der Mensch alle verfügbare Kohle, Öl und Gas verbrennt, würde das 10 000 Milliarden Tonnen Kohlenstoff freisetzen. Der extreme CO2-Ausstoß würde den Treibhauseffekt und den Klimawandel verstärken und könnte das ewige Eis der Antarktis komplett abschmelzen lassen. Dieses Weltuntergangsszenario beschreiben Forscher um Ricarda Winkelmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im Fachblatt „Science Advances“. „Über einen Zeitraum von 10 000 Jahren kann die Antarktis eisfrei werden“, sagt sie.

Meeresspiegel könnte um 58 Meter steigen

Die Forscher stützen sich auf ein Computermodell, das Entwicklung und Dynamik von Eisschilden simuliert. Dabei berücksichtigen sie Eisströme und große schwimmende Eisplatten, die sich erwärmende Luft und Ozeanwasser sowie Faktoren, die das Schmelzen beschleunigen oder mildern könnten. Den Berechnungen zufolge würde die Antarktis über Jahrtausende hinweg Eis verlieren – und der Meeresspiegel durchschnittlich um bis zu drei Meter pro Jahrhundert in den ersten tausend Jahren steigen. Insgesamt hält das Eis der Antarktis Wassermassen, die den Meeresspiegel insgesamt um 58 Meter steigen lassen können. Derzeit trägt die Antarktis weniger als zehn Prozent zum Meeresspiegelanstieg bei.

Das Ergebnis sei unter den Extrem-Annahmen plausibel, sagt Johannes Sutter, der sich am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven mit Eismodellierung beschäftigt. Allerdings sei es sehr schwierig, derart langfristige Vorhersagen zu treffen. Dem schließt sich der Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar- Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel an. Auch er bezeichnet Langzeitvorhersagen als „höchst unsicher“. (dpa)

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