Wissen : Ein Mittel gegen geistige Behinderung?

Bislang galt eine geistige Behinderung als unabwendbares Schicksal, doch nun testen Forscher ein Medikament dagegen. „Es gibt einen ersten Hoffnungsschimmer“, sagte André Reis von der Universität Erlangen-Nürnberg. Beim fragilen X-Syndrom – der zweithäufigsten geistigen Behinderung, an der jeder 3000. Junge und in milderer Form auch manche Mädchen leiden – haben Experten eine brüchige Stelle auf dem X-Chromosom entdeckt, wodurch das Gen ausfällt. Bei Tierversuchen habe sich gezeigt, dass ein bereits für eine andere Krankheit zugelassenes Medikament die Lernleistung der Betroffenen wesentlich steigern könnte. Anfang 2011 soll die Arznei deshalb an Menschen mit fragilem X-Syndrom auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. „Das ist ein spannender Moment, weil sich jetzt eine neue Dimension öffnet“, sagte Reis. Falsche Hoffnungen wollen die Forscher aus aller Welt, die die Thematik auf der Jahrestagung der Wissenschaftsakademie Leopoldina in Erlangen diskutierten, jedoch nicht machen. „Das ist ein langer Weg.“ Man denke eher in Generationen als in Jahren. dpa

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