Einsteins Gäste : Stiftung lädt Wissenschaftler nach Berlin ein

Ein Jahr nach ihrem offiziellen Start hat die Einstein-Stiftung eine erste Programmlinie vorgestellt – die "Einstein Visiting Fellows".

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Jürgen Zöllner.
Jürgen Zöllner.Foto: dpa

Elf Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien und Frankreich, die zwei Jahre lang eng mit Berliner Universitäten kooperieren sollen, wurden von der Stiftung ausgewählt. Pro Gast erhalten die Unis jährlich 150 000 Euro, davon werden unter anderem Flüge bezahlt. Denn die Forscher pendeln zwischen ihren Heimathochschulen und Berlin.

Es handele sich um Spitzenforscher, mit denen Cluster und Graduiertenschulen aus der Exzellenzinitiative Forschungsschwerpunkte ausbauen wollen, die aber nicht als Professoren berufen werden könnten, sagte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) am Donnerstag. Craig Calhoun, Soziologe an der New York University und Experte für Protestbewegungen sowie Fragen internationaler Solidarität, etwa wird an der Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS) der Humboldt-Uni ein Programm für Postdoktoranden mit aufbauen und an einer Summer School teilnehmen, sagte BGSS-Sprecher Klaus Eder. Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität, erwartet von dem Germanisten Thomas Levin prestigeträchtige Kooperationen mit dessen Heimatuniversität Princeton. Levin organisiert unter anderem an beiden Unis eine Vortragsreihe zur Theorie der Medien und wirkt an einem „virtuellen Seminarraum“ für Doktoranden und Nachwuchsforscher der FU und aus Princeton mit.

Die „Marke Einstein-Stiftung“ sei sehr hilfreich dabei gewesen, die Gäste zu gewinnen, sagten die Gastgeber. Auch dank eines mit einer Million Euro geförderten Stipendiatenprogramms für die Berlin Mathematical School habe Berlin den Zuschlag als Sitz der International Mathematical Union bekommen, sagte Günter M. Ziegler, Mathematiker an der TU.

Die Vertreter der Unis stärkten Zöllner demonstrativ den Rücken; er steht unter anderem wegen personeller Probleme der Stiftung in der Kritik. Wenig Glück hatte der Senator jetzt mit einem neuen Geschäftsführer, der im September antreten sollte, sich aber nach wenigen Tagen verabschiedete, wie Zöllner bestätigte. Über die Neubesetzung solle der neue Vorstandsvorsitzende der Einstein-Stiftung mitentscheiden. Doch wie berichtet sprang kürzlich der Kandidat Ernst Theodor Rietschel, ehemaliger Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, ab. Zöllner ist jetzt erneut auf der Suche.

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