Elitewettbewerb : Gesine Schwan kritisiert Eliteauswahl

Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), hat sich kritisch über das Auswahlverfahren in der Exzellenzinitiative für die deutschen Universitäten geäußert. „In dem Wettbewerb geht es weniger um Leistung, denn um Reputation“, sagte Schwan in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau (Donnerstags-Ausgabe). Mit zunehmender Spezialisierung werde es immer schwieriger, wissenschaftliche Leistungen differenziert zu beurteilen. Bei der Bewertung der Anträge sei es „eher nach dem Renommee eines Wissenschaftlers gegangen, den man möglichst schon kennt“. Dies sei ein Nachteil für die ostdeutschen Unis: Sie seien im Wettbewerb schlecht weggekommen, „weil ihr Personal meist noch nicht in diesen langjährigen Netzwerken integriert ist“. Zudem seien die Ablehnungsschreiben „zum Teil von einer verblüffenden intellektuellen Dürftigkeit“ gewesen, sagte Schwan. Die Viadrina ist in der zweiten Wettbewerbsrunde mit einem Antrag auf eine Graduiertenschule gescheitert und weiterhin an einem Cluster-Antrag der Humboldt-Uni beteiligt. -ry

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