Eltern-Lehrer-Beziehung : Wie die Schule ein Ort des Miteinanders wird

Lehrer und Eltern arbeiten am gleichen Ziel, aber nicht immer gut zusammen. Nun gibt es einen neuen Leitfaden, der zu einem besseren Miteinander führen soll. Im Schulalltag, aber auch darüber hinaus.

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Aktiviert. Berliner Eltern fiebern mit bei einem Sponsorenlauf für die Verschönerung des Schulhofs.
Aktiviert. Berliner Eltern fiebern mit bei einem Sponsorenlauf für die Verschönerung des Schulhofs.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Im Prinzip wollen Lehrer und Eltern das Gleiche. Dass die Kinder lernen, ihren Blick weiten und schärfen, neugierig bleiben. Dennoch verstehen sich beide Seiten nicht immer bestens. Eltern nerven Lehrkräfte schon mal mit vielen Hinweisen oder ständiger Kritik am Unterricht und an den Noten. Andererseits soll es Lehrer geben, die regelrecht Angst vor Elternabenden haben. Sie haben gelernt, Schüler zu unterrichten. Aber mit deren Eltern wissen sie manchmal nicht umzugehen.

Damit es künftig harmonischer zugeht, haben Wissenschaftler, Vertreter aus der Praxis, die Kultusministerien der Länder und die Vodafone-Stiftung einen Kompass für bessere Zusammenarbeit entwickelt, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. An dem Leitfaden sollen sich Schulen und Eltern orientieren und nach und nach zu einem besseren Miteinander finden – zum Wohle der Kinder.

Vor allem sollten Lehrer den Eltern signalisieren, dass sie selbstverständlich zur Schulgemeinschaft gehören und willkommen sind. Schulen könnten zu Beginn des Schuljahres etwa Kennenlerntreffen für Eltern und Kinder veranstalten. Lehrkräfte sollten auch außerhalb von Elternabenden und -sprechtagen zum Austausch bereit sein, der sich zudem nicht allein um schulische Probleme drehen solle. Die Initiatoren des Leitfadens schlagen gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge oder Sportfeste vor. Eltern könnten sich auch gegenseitig als Mentoren helfen. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Schulminister Stephan Dorgerloh (SPD), unterstützt die Initiative: „Eine erfolgreiche Schulbildung ist auf die verlässliche Mitwirkung des Elternhauses angewiesen.“

Großformatige Poster mit vielen Tipps aus dem „Kompass für die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus“ sollen jetzt in Lehrerzimmern und Aulen aufgehängt werden. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Hans-Peter Vogeler, glaubt, dass der Kompass etwas bewegen kann. „Ein Miteinander sorgt für ein komplett anderes Klima – und auch für einen anderen Umgang in Konfliktfällen.“

In anderen Ländern wie den Vereinigten Staaten sind derlei Richtlinien längst üblich, in Deutschland hat es bisher noch kein flächendeckendes Angebot schulischer Elternarbeit gegeben. Der jetzige Vorschlag soll vor allem dazu beitragen, die Bildungschancen für alle zu verbessern. Dafür wird diesmal nicht auf das Schulsystem an sich, sondern auf die Kooperation von Lehrkräften und Eltern gesetzt.

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